Notizen (alle)

Felix, Donnerstag, 10. Dezember 2020, 15:55 (vor 80 Tagen) @ Felix

Damals ging es auch um Goethe und dass er Napoleon für ein Genie gehalten hat. Da kriegste ja gleich einen hochroten Kopf, der aber wieder abschwellt. Bei Kleist ist das anders, da bleibt der hochrote Kopf. Von dem wurde immer mehr gefordert und er hat sich schließlich das Leben genommen. Kleist hat das abgearbeitet, was die ihm reingewürgt haben. Die Leute verwechseln Gelehrte und Schriftsteller mit Dramaturgen am Theater. Das Kollektiv (Schauspieler) hat die Knochen hinzuhalten für die Schriftsteller. Ansonsten geht man zum Film. Das wäre jedenfalls der Grundsatz. Die Wirklichkeit sieht anders aus: momentan hält ein Schauspieler sein Fleisch hin.

Michelin Sterne und Orden wollen Schriftsteller und Gelehrte nicht haben, die wollen überhaupt keine Auszeichnungen. Die wollen sich eher wie eine Katze bei einer Zeitungsredaktion reinschleichen, kurz was schreiben und sich wieder rausschleichen. Und die Leser fragen, welcher Redakteur das geschrieben hat. Das war kein Redakteur, sondern ein Schriftsteller. Die sind als Mensch durch ihr gutes Sozialverhalten tätig.

Und noch was zum Goethekalender: schlägst ihn irgendwo auf, liest 2 Seiten Text außerhalb der Sprüche und kriegst ihn gar nicht wieder zugeschlagen, weil du vorher tot umfällst. Im Goethekalender ist die volle Tätigkeit drin, wirst beschossen von den tätigen Hierarchien. Der Kalender sollte dem geneigten Leser Bewusstsein geben. Wenn Goethe bei Hofe war, musste er vorher tief durchatmen und durfte keine Angst vorm Tod haben. Er hätte tot umfallen können, weil er nicht in Tätigkeit war, wie die am Hof. In einem Goethekalender ist die Christiane Vulpius abgebildet, mit der Goethe verheiratet war. Sie sieht aus wie eine Boxweltmeisterin. Goethe hat Licht produziert und dabei ist dann ein Sohn aus seiner Frau "herausgekommen".


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