L.Feuerbach: Synthese der Anschauungen (alle)

Devino M., Mittwoch, 25.08.2021, 23:09 (vor 34 Tagen) @ Devino M.

"Was der Mensch nicht aus sich selbst erkennt, das erkennt er gar nicht."

- Ludwig Feuerbach -
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Wie wahr, wie wahr. Denn selbst wenn einem etwas erzählt oder erklärt wird und man glaubt es, so sind es zunächst nur Annahmen. Man glaubt der Erzählung, aber das Erzählte selbst erschließt sich mehr oder weniger aus der Perspektive der Erzählung. Sicher könnte man anführen, dass es in der Seele angekommen ist oder irgendwo im höheren Selbst und was spielte es dann noch, wie weit der äußere Mensch darauf reagiert? Mag ja alles stimmen, doch die Aussage ist dennoch wahr, was der Mensch selbst nicht erkennt, erkennt er gar nicht. Es sind bloß Annahmen und Überzeugungen zunächst.

So kann es unterschiedlich lang dauern, ob es Augenblicke, Minuten, Stunden, Tage, Wochen, Monate oder Jahre sind, bis etwas tatsächlich erkannt ist. Vieles hängt von der inneren Bereitschaft ab, etwas erkennen und innerlich empfangen zu wollen und die eigene Energie zu rezeptieren und zu verarbeiten, damit etwas landen und ankommen kann. Alles was man auch nur irgendwie ins Gewahrsein bekommt, ist vom eigenen Selbst bereits affiziert und empfangen, denn sonst gäbe es vom menschlichen Stand aus kein gewahren in Entsprechung dazu. Man erkennt sein selbst zunächst in allem und wenn man darüber hinaus geht, erst mehr, als nur was einen selber betrifft. Doch so häufig geht man gemeinhin sicher nicht darüber hinaus, als wie gemeinhin angenommen wird. Und so viel wird auch nicht erkannt, wie über alles gesprochen wird und angenommen, man wüsste worum es ginge. Man spricht gemeinhin also mehr über diverse Annahmen, als von dem, von welchem man annimmt, man würde von diesem reden und doch wird nur über diese mittelbar gesprochen.

Das offensichtlich Falsche beseitigen zu wollen ist auch nicht immer der richtige Weg. Ganz einfach, weil man dem sogenannten Falschen bereits glauben schenkt, dass es eine Realität hat, sonst würde es ja keine Bedeutung erhalten, welche aufgehoben werden braucht. Doch was ist das rechte und richtige wonach man sich richten kann? Es ist letztlich wie man alles drehen und wenden mag, doch das eigene höhere Selbst. Wie viele Anschauungen, Annahmen und Überzeugungen man auch annehmen und verwerfen mag, letztlich zählt der eigene höhere Geist mehr als alles in Worten fassbare. Sobald dies erkannt wird und auch bei allen anderen angenommen wird, was für Worte sollten woran hinderlich sein können und wo sollten noch Gegensätze bestehen bleiben? Und wie verschieden könnten Anschauungen noch sein, wenn der eine Gott hinter allen und allem angenommen wird? Ist es nicht also auch so, dass mindestens eine Anschauung nicht mit Gott in Übereinstimmung ist, bei Gegensätzen, oder keine Anschauung ist gar in Übereinstimmung mit einer Göttlichen Sichtweise. Man braucht keine Synthese aller Anschauungen, sondern nur die Anschauungen weg zu lassen, die einer Göttlichen Sichtweise nicht entsprechen.


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