H.Hesse: Glücklichsein (alle)

Devino M., Freitag, 09.04.2021, 11:50 (vor 115 Tagen) @ Devino M.

"Solange du nach dem Glück jagst, bist du noch nicht reif zum Glücklichsein."

- Hermann Hesse -
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Das selbe ließe sich zu Einweihungen sagen. So lange man bewusst versucht irgend welchen Einweihungen nachzujagen, ist es ein Zeichen dafür, dass man dafür noch nicht reif ist. Einweihungen sind nie das Ziel, was man anstrebt, sondern es sind einfach Auszeichnungen, wenn man gewisse Wegmarken bereits abgewickelt hat und dabei ist diese hinter sich zu lassen, dann ist man bereit für eine Einweihung.

Wesentlich ist vor allem dabei und auch derweil an sich, dass man nicht aufgrund äußerer Anreize motiviert irgend etwas anfängt oder irgendwo hinrennt. Damit macht man sich nur zum Anhängsel dieser bestimmten Reize, aber Anhängsel-sein ist aktuell ziemlich out. Es geht gerade darum, auch wenn manches unvollkommen sein mag oder scheinen mag, auf eigenen Beinen zu stehen und mit der eigenen Motivation anzufangen. Man ist dort gefragt, wo man ist, für gewöhnlich, und nicht dort, wo man zu sein wünscht.

Auch geht es weniger darum irgendwo reinzuspringen, um ungebeten mit den Dingen anderer arbeiten zu wollen, sondern gerade soweit nur möglich aus eigenem Antrieb bei sich anzufangen (ohne erst nach links und rechts zu schauen, was andere machen). Dafür ist die Zeit günstig, und alles andere kann dann hinzukommen, oder nicht. Fängt man nicht bei sich und seinem eigenen Inneren an, dann kann da auch nichts hinzukommen oder dazugegeben werden. Denn wo keiner bei sich selbst zu Hause angetroffen werden kann, dort kann auch nicht geholfen werden. Glücklich also der, der sich zur rechten Zeit am rechten Ort einbringt, und dort ist, wo er gebraucht wird oder wurde, statt dort, wo keiner danach fragt oder wo die Dinge längst bereits geistig abgewickelt sind.

Statt des Begehrens zum Sein, ist das Sein an sich gefragt. Im Sein anderer anfangen zu wollen und das sein wollen, was andere sind, kann nur so beantwortet werden, dass dort wo schon einer ist, keiner mehr gefragt ist, der nochmals das selbe zu sein versucht, was schon ist (es bedarf der Geist nicht unzählige Male der selbigen Dinge). Man ist schon das, was man ist, es geht darum, dies hervor zu holen, statt sich auf fremden Partys aufzuhalten, ist man selbst gefragt, die eigene Party zu feiern und den eigenen Aufstieg im eigenen Geiste zu suchen und zu bewirken (grundsätzlich). Und dies vor allem dadurch, dass man nicht äußerlich wo rumhüpft, sondern einfach innerlich offen ist und sein Selbst um umfassenderen Sinne annimmt und empfängt, ohne unnötigerweise etwas im Außen zu suchen oder zu wollen.


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