Einweihung und Krisenzustand (alle)

Devino M., Montag, 05.04.2021, 20:48 (vor 118 Tagen) @ Devino M.

Jüngerschaft im Neuen Zeitalter - Band 1
NEUNTER TEIL

http://netnews.helloyou.ch/bkgr/cab1300/file1396.html

Einweihung könnte hier als der Augenblick der Krise bezeichnet werden, in dem das Bewusstsein unmittelbar an der Grenzlinie der Offenbarung schwebt. Es könnte so angesehen werden, dass die Forderungen der Seele und die Anregungen des Meisters mit den Forderungen von Zeit und Raum, die ihren Brennpunkt in der Persönlichkeit oder dem niederen Menschen haben, in Konflikt stehen. Ihr habt daher in dieser Situation einen wogenden Kampf zwischen den Gegenpolen; das Spannungsfeld oder der Brennpunkt der Anstrengung befindet sich im Jünger, «der in der Mitte steht». Wird er bewusst für den Zug von oben empfänglich sein und darauf reagieren und in neue und höhere Gebiete geistiger Erfahrung vorwärtsgehen? Oder wird er wieder in die Verblendung von Zeit und Raum und die Knechtschaft des Persönlichkeitslebens zurückfallen? Wird er in einem statischen, bewegungslosen Zustand verharren, in dem weder die höhere Tendenz noch der Zug nach unten eine Wirkung auf ihn haben? Der eine oder andere dieser drei Zustände muss ihn kennzeichnen und einer früheren hin- und herschwingenden Erfahrung folgen, in welcher der Jünger zwischen den höheren und niederen Entscheidungen schwankt. Dies ist der Prozess, den der Meister überwacht. Er kann nichts tun, weil es das eigene Problem des Jüngers ist. Er kann sich nur bemühen, das Verlangen der Seele durch die Kraft seines gelenkten Gedankens zu vergrößern. Die Persönlichkeit kann auch nichts tun, denn an diesem Punkt sind sowohl der physische Körper als auch der Astralkörper einfach Automaten und warten in einem empfänglichen Zustand auf die Entscheidung des Jüngers, der in seinem Mentalkörper funktioniert. Nur der Jünger kann an diesem Punkt des Bemühens auf der mentalen Bewusstseinsstufe handeln. Sobald er dies tut, sind die Würfel gefallen. Entweder schreitet er vorwärts, der Tür des Lichts entgegen, wo der Meister ihn bei der Hand nimmt und der Engel der Gegenwart auf eine Art und Weise wirksam und tätig wird, die ich euch nicht beschreiben darf, oder er sinkt vorläufig in den Lebenszustand des niederen Menschen zurück. Verblendung und Maya lassen sich von neuem auf ihn nieder und der Hüter der Schwelle schiebt sich zwischen den Jünger und das Licht aus der offenen Tür und erneut seine Tätigkeit. Entweder erwacht der Jünger plötzlich zu einem erweiterten Begreifen der Wirklichkeit und einem tieferen Verständnis des Plans und der Rolle, die er in ihm spielen sollte, oder die «Schleier der Erde» schließen sich über seinem Kopf zusammen; die Vision verblasst und er kehrt, wahrscheinlich für die Zeit der Verkörperung, in der ihm die Gelegenheit geboten wurde, in das Leben eines gewöhnlichen Menschenwesens zurück. Sollte er jedoch durch diese Tür vorwärtsschreiten, dann wird ihm die Offenbarung und ihre sie begleitenden Folgen (je nach der Einweihung, die möglich wird) zuteil werden. Es handelt sich nicht um Offenbarung von Möglichkeiten. Es ist ein tatsächliches Erlebnis, welches das Hervorrufen neuer Kräfte und Fähigkeiten und die Erkenntnis neuer Dienstmöglichkeiten und Dienstbereiche zum Resultat hat. Diese Kräfte hängen von früheren Entwicklungen ab und diese Fähigkeiten und die Bewegungsfreiheit «innerhalb der Grenzen der Hierarchie», die weit über dasjenige hinausgehen, was er erträumt haben mag, werden ihm zuteil. Neue hierarchische Kontakte sind ihm jetzt möglich; neue Verantwortung wird auf seine Schultern gelegt und neue «Kraftfelder» stehen für seinen Gebrauch im Weltdienst zur Verfügung.
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Einweihung wird gern nur so aufgefasst, dass es einem irgendwelche Fähigkeiten und Kräfte verleiht, jedoch ist es weit mehr, ein erweitertes geistiges Tätigkeitsfeld und Dienstgebiet, was einem durch eine Einweihung zuteil wird. Auch wird sich diese nicht unbedingt vorher ankünden, sondern es wird entscheidend sein, wie man sich vorher und während dessen verhält. Es wird eher nicht viele Gelegenheiten im Leben zur Einweihung geben, vielmehr ist alles eine Gelegenheit in die entsprechende Richtung zu wachsen.

Es wird in dem Moment zu spät sein, sich darauf vorzubereiten. Einweihung ist Geistig zunächst ein Krisenzustand. Alle Vorbereitung muss vorher getätigt worden sein. In dem Augenblick selbst, wird es mehr auf Charakter und das ankommen, was bereits auf geistigem Weg erworben worden ist. In dem Moment selbst, wird man ständig gefordert sein, aber vermutlich weniger daran denken können, dass es sich um eine Einweihung handelt. Die Zeit reger geistiger Erfahrung, welchen man innerlich nicht ausweichen kann, sind meist ein Kennzeichen dafür. Aber man kann dann eigentlich nur noch mit der geistigen Erfahrung die einem zuteil wird mitgehen, und versuchen zugleich sein äußeres Leben irgendwo noch weiter zu führen.

Eine optimistische Grundhaltung ist wohl am hilfreichsten. Wobei diese immer hilfreich ist, denn man sollte nicht vergessen, dass man fortwährend seine Realität gestaltet, mit allem inneren Bestreben. Es ist mehr nur eine Frage, welche Ebenen man einbezieht oder nicht, oder welche Kreise. Die Frage ist, weiß man es denn? Für gewöhnlich ist dies zwar am geistigen Energiezufluss manchmal erkennbar, oft aber nicht. So dass man oft nicht weiß, in welchem Umfang das, wie man gerade innerlich ausgerichtet ist, die Realität gestaltet, die einem in den Tagen, Wochen oder Monaten, darauf folgt. Man kann ja alles dem Zufall in die Schuhe schieben, doch für Eingeweihte gibt es keine Zufälle, wie es sich der Durchschnittsmensch denken mag, welcher keine geistige Verantwortung auf sich nehmen möchte. Will man wirklich eingeweiht sein und die Verantwortung auf sich nehmen, die über die eigenen Belange hinaus geht? Zeigt sich dies im eigenen Leben und Verhalten? Wie wollte man das erreichen, was man erreichen möchte, ohne sich in der Richtung entsprechend eingestellt und aufgestellt zu haben?


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