So kannst du jetzt schon leben (alle)

Devino M., Donnerstag, 15.02.2024, 22:30 (vor 157 Tagen) @ Devino M.

"Wie du am Ende deines Lebens wünschest gelebt zu haben, so kannst du jetzt schon leben."

- Mark Aurel -
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Na als römischer Kaiser, kann man leicht Reden schwingen dieser Art. Eben so zu leben, wie man es sich bloß ausmalen mag. Einerseits wird man sich manche technologische Errungenschaft damals gar nicht vorstellen können, wie sie heute für selbstverständlich gehalten wird. Sei es zum Beispiel, mit einem Handy, mit fast allen, zu fast jederzeit, von fast überall ins Gespräch treten zu können. Oder mal eben fließend warmes Wasser zu haben. Wie es wohl wäre, wenn man so etwas zu jener Zeit haben wollen wollte, um so leben zu können, wie man es sich nach heutigem Standard für gewöhnlich hat?

Doch wie muss es sein, so weise philosophische Führer gehabt zu haben? Das kann man sich heute ja auch mal wünschen, um so leben zu können, wie man es sich ausmalt, wie es sein können könnte und wie es dem Wohle aller dienen würde? Also kommt man an Kompromissen wohl gar nicht vorbei in einer bedingten Wandelwelt. Denn wie sollten alle sich alles wünschen und ausmalen können, wo bliebe da noch wer, der einem den einen oder anderen Wunsch noch erfüllen täte? Und dazu, was macht man bei sich widerspechenden Vorstellungen? Wer hat welchen Vorzug? Und wäre es ohnehin nicht so, dass vieles Nachteilhaftes gar nicht bestünde, wenn es nicht manche vorziehen würden, ihren Vorteil auf Kosten anderer zu hegen?

Wo käme man denn hin, wenn man sich ein Leben wünschte, wo Dummheit abwesend ist? Doch gäbe es überhaupt ein Verständnis von Dummheit, ohne das ausgeprägte Beispiel, welches heute überrepräsentiert und munter zur Schau gestellt würde? Wenn es keinen Mangel an allerlei Lebennotwendigkeiten für alle gäbe? Könnten dann manche überhaupt noch den Wunsch ausleben können, an Mangel zu leiden? Wer hat es sich denn gewünscht, dass alles da ist, was vermeintlich unerwünscht wäre? Natürlich ist es eine rühmliche Ausrichtung, das Leben so auszurichten, dass man hinterher sagen kann, man hätte es so ähnlich auch alles gewünscht. Doch wäre es dann nicht einfacher, hinterher zu sagen, dass man eben doch das hatte, wie man es sich gewünscht hatte? Und in die Zufriedenheit zu gehen, eben in dem, was einfach ist?

Letztlich loben die meisten doch ohnehin das am meisten und preisen es anderen an, was sie halbwegs im Leben erreicht haben und für gut befinden? Dem einen ist die geistige Entwicklung wichtig, dem anderen seine finanzielle Unabhängigkeit u.dgl.m.? Aber wollte man dann hinterher nicht vielleicht manches anders erreicht haben wollen? Und wie sehr unterscheiden sich denn Ego-Wünsche, von dem, was die Seele eigentlich will? Welche die unangenehmen Erfahrungen vielleicht sogar sucht, während das niedere Ego evtl. nur die Bequemlichkeit allem voran stellen möchte? Und wie ist es erst mit dem einen oder anderen Nachteil oder sogar Makel, wo manche vielleicht nur sich wünschten, ein normales Leben leben zu können, wie die bestimmte Mehrheit?

Ist also vielleicht doch gar nicht so einfach, erstmal zu beurteilen, wie das Leben für einen besser gewesen sein könnte? Oder an welcher Stelle manche Biegung vielleicht hinterher gewünscht sein mag, aber hätte man diese genommen, wäre man vielleicht noch unglücklicher dran und hätte doch gar nicht das erhalten, was man sich darunter ausmalt, wie etwas gewesen wäre, sofern man diese Weggabelung des Lebens beschritten hätte. Letztlich kann man sagen, ist die Erfahrung vermutlich doch die, die am meisten an irgendeinem Willensstrang angestrebt worden ist. Und letztlich ist jede Erfahrung wertvoll auf seine Weise.

Ist doch klar, dass meinem sirianischem Gemüt allerlei gepriesene Fortschritt heute, nur sehr rückständig vorkommt und wie sollte man überhaupt seinen gewohnten Lebensstandard befriedet bekommen in den heutigen Umständen in der Menschheit? Wie sollte man sein Leben so ausgestaltet zufriedenstellen zivilisatorisch ansehen können, wenn man sich nicht einmal solch Abgründe vorstellen könnte, unter welchen manche scheinbar gerne sich regiert und beherrscht sehen und dazu zufrieden sind, von vorne bis hinten belogen, ausgepresst zu werden. Wenn schon die banal Vernunft beleidigt wird, hin zu dem, was der Masse zum Fraße vorgesetzt wird. Es ist daher schon viel guter Wille erforderlich, unter solchen Umständen überhaupt gewisse Inkarnationen anzutreten, die eigentlich unterhalb der Würde vieler Seelen sich befinden.

Andererseits, welche Gelegenheiten sich bieten, trotz aller Widrigkeiten, den Menschen als Licht dienen zu können. Und letztlich wie sehr schafft man es, die Ausdehnung des Übels zu unterbinden, einfach nur in dem, mit der Fackel des Lichts, der Finsternis der Spielraum vorenthalten wird, nach eigenem Gutdünken die eigenen selbstgefälligen Wünsche nur auszuleben auf Kosten vieler? In dem man eben das Licht entsprechend drauf richtet, in dem man hier ist und dies erkennt und nicht als akzeptabel annimmt oder sich nur als hilfloses Opfer stumm einreiht oder es für lediglich normal in unbewusster Haltung akzeptiert? Und sind nicht eben hierfür viele lichtvolle Seelen angetreten, die hier nicht unbedingt sein müssten?

Ist es dann nicht doch letztlich manch kurzweiligen Nachteil wert, wenn die gesamte Menschheit, bis hin in kosmische Weiten, irgendwann Seufzer der Erleichterung und Wellen einer höheren Schwingung eingeschlagen werden? Und die energetische Qualität, die unter verschiedenen Umständen erworben wird, ist diese nicht von einer entsprechenden Schönheit und Kraft, die nur unter bestimmten Umständen überhaupt erarbeitet werden kann? Daher ist letztlich nichts vergebens und alle Nichtigkeit ist nur vorübergehend, doch die Geistige Errungenschaft, bietet sich gerade in allem Ungemach einem an.

Gelegenheiten über Gelegenheiten und es kommt nur auf die entsprechende Einstellung an, allem etwas abgewinnen zu können. So, dass man alles besser hinterlassen kann, als man es vorgefunden hat und so auch die Qualität in sich, kann durch alles, zu einer größeren Stärke wachsen, wenn die passende Ausrichtung und Einstellung eingebracht wird. Und sei es nur, dass man die Einsicht daraus gewinnt, wie man es hätte besser machen können. In dem man bei anderer Gelegenheit es dann auch besser macht. Nichts an der Erfahrung ist vergebens, jedenfalls aus der entsprechenden Seelenperspektive betrachtet. Und wie könnte eine Erfahrung überhaupt eintreten, wenn nicht an irgend einer Stelle, ein Wille dazu da ist?


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