Erinnerungen ... (alle)

Felix, Dienstag, 28.09.2021, 12:04 (vor 17 Tagen) @ Felix

Es gab mal ein längeres Video mit Neale Donald Walsch und Eckhart Tolle, in englischer Sprache und jemand bat mich, das zu übersetzen. Inzwischen gibt es nur noch das kurze Video, bin froh, dass ich damals die Übersetzung gemacht habe. Die beiden brachten die Zuschauer immer wieder zum Lachen. Man erfährt so einiges, wie aus dem Nähkästchen geplaudert.

Evolution of Awareness
https://www.youtube.com/watch?v=paQ1gMCxrwo
Neale Donald Walsch und Eckhart Tolle im Gespräch


Bei der Begrüßung sagt Walsch, er liebt Eckhart Tolle, er ist total verliebt in ihn. Und Tolle hatte einen Film über ihn gesehen, der ganz wundervoll anzuschauen ist. Er möchte ihn fragen, welche Botschaft er an die Welt hat, aber vorher wollte er noch erwähnen, dass Walsch obdachlos war, bevor er zu schreiben begann. Er lebte in einem Zelt. Das wird auch in dem Film gezeigt. Das war eine Zeit, als alle Strukturen um ihn herum einbrachen. Die meisten Menschen denken, diese festen Strukturen wären notwendig, wenn man ein Buch schreiben will. Das war aber nicht der Fall. Erst als alles um ihn herum zusammenbrach, ging`s los mit ihm.

Walsch hat nie im Leben daran gedacht, ein Buch zu schreiben. Er hat nicht auf eine kreative Phase gewartet oder sich hingesetzt, um etwas zu produzieren, in dem Wissen, das wird mal ein Buch. Es war ein Prozess persönlicher Offenbarungen, persönlicher Verbindungen nach "oben" und erst als er beim Stoff des heutigen Buch Nr.3 ankam, wurde das bisher lose Geschriebene zu Buch eins und zwei verarbeitet. Dann ging`s um Sühne und sich selbst beseitigen und was er früher dachte, dass das Leben sein würde. Nichts in seinem Leben funktionierte mehr so, wie er mal dachte, dass es funktionieren sollte. All seine familiären Verbindungen lösten sich auf. Er hatte keinen Halt mehr im Leben, er lebte auf der Straße.

Und erzählt, wie es soweit kommen konnte:
bei einem Autounfall hatte er sich das Genick gebrochen. Nur wenige Menschen überleben sowas und wenn, dann zumindest mit irgendwelchen bleibenden Schäden. Aber er gehört zu den wenigen Menschen, die mehr oder weniger wieder normal weiterleben können. Es hat allerdings 2 Jahre gedauert. In der Zeit konnte er nichts tun, keinen Gegenstand anheben und er sollte extrem vorsichtig sein. Das soziale Sicherheitsnetz fiel ab von ihm.

Aber er mochte niemandem zur Last fallen. Sein Vater hätte ihm sicher gern geholfen, aber Walsch wollte ihn nicht damit belasten. Und er dachte auch, dass er da selbst schnell wieder rauskäme. Aber es blieb nicht nur bei Wochen, es wurden Monate und sogar 2 Jahre daraus. Er lebte also auf der Straße und bat die Menschen um Geld. Er war so verzweifelt und begann Fragen zu stellen. Und irgendwann fand er einen Wochenend-Job als Radiosprecher, verdiente ein bißchen Geld und kam weg von der Straße. Als er zurückkam in das alte Spiel, ins alte Drama, da fragte er sich, ob das wirklich alles sein sollte. Wofür war er denn zurückgekehrt? Das machte keinen Sinn mehr für ihn.

*

Eines Tages wachte er auf und fragte sich, warum bin ich eigentlich hier? Und wer bin ich eigentlich. Wie bin ich überhaupt auf der Erde gelandet? Er bat Gott wirklich inbrünstig, also das, was seine Vorstellung von Gott war. Er bat um Antworten und Gott war gut zu ihm. Sie (die Stimme) fragte, willst du wirklich Antworten auf all diese Fragen oder willst du dich bloß abreagieren?

Aber Walsch wollte wirklich die Antworten wissen, er war echt am Suchen. Er hörte diese Stimme von der rechten Seite kommen, eine klare Stimme, physisch präsent. Die Stimme war nicht in seinem Kopf, sie kam aus dem Raum. Er drehte sich um, es war 4:15 Uhr am Morgen, um zu sehen, wer das war. Zufällig lag da gelbes Papier auf seinem Tisch und er schrieb mit. Eckhart Tolle lachte, weil er auch immer auf gelbem Papier schreibt. Walsch fragte sich, warum ihn das gar nicht mehr überraschte.

Er stellte also Fragen und flehte: hilf mir. Er war nicht mehr jung, sondern fünfzig, ein halbes Jahrhundert. Die Infos kamen dann zu ihm und er begann zu schreiben. Die Stimme verließ sehr schnell den äußeren Bereich und wurde dann zur inneren Stimme, wurde Teil seiner inneren Erfahrungen. Er schrieb und schrieb und schrieb und das wiederum brachte neue Fragen hervor. Er erinnerte sich, wie er mit dieser seiner Vorstellung von Gott über die 10 Gebote sprach. Walsch arbeitete so hart daran, all die Regeln und Gebote zu befolgen.

Und Gott sprach: um ehrlich zu sein, gibt es das alles gar nicht. Das war ein harter Schlag für Walsch und ab da war ihm bewusst, dass er mit einem höheren Bewusstsein verbunden sein musste. Er ist sich sicher, dass jeder das kann, dass jeder diese Fähigkeit in sich hat. Und er geht noch einen Schritt weiter, es ist nicht nur in uns, sondern wir sind es. Und Walsch dachte, oh mein Gott, ich höre das alles nicht nur von dort, ich bin das alles auch.

Er fuhr fort mit diesem Dialog und nannte es nicht mehr Gott, sondern den anderen Teil von sich. Und "es" sprach, das wird eines Tages mal ein Buch. Dabei schrieb er das immer nur für sich auf, schon einige Wochen lang. Jede Nacht um 4:15 Uhr wurde er förmlich gepackt, als würde ihn jemand am T-Shirt aus dem Bett ziehen.

Und dann schickte er das Geschriebene tatsächlich an fünf verschiedene Verlage, obwohl er gar nicht vorhatte, ein Buch zu veröffentlichen. Aber er brauchte eine Art Beweis, er wollte diesen "Gott" einfach testen. Und es wurden dann 7,5 Millionen Exemplare verkauft und sein Geschriebenes wurde in 37 Sprachen übersetzt.

Es war kein Vorsatz dabei, mittels Kreativität ein Buch zu schreiben. Es war ein innerer Prozess, ein Treffen von soul and mind, von Seele und Gedanken? mind hat ja verschiedene Bedeutungen. Die kurze Frage von Eckhart Tolle erhielt eine lange Antwort von Walsch. Aber Tolle beruhigte ihn, es sei sehr hilfreich für alle, da jeder diese Dimension in sich trage. Tolle fragte, ob er immer noch aus dieser Dimension schreibe. Er schreibt weniger, er möchte nicht von außen hinein gehen, er möchte, dass es von innen kommt. Walsch ringt nach Worten, er hätte leider noch so viele Konzepte von allem.

*

Seine Freunde kennen das inzwischen, wenn er an der Tastatur sitzt und schreibt, fällt er während des Schreibens in einen kurzen Schlaf. Aber nicht, weil es so anstrengend wäre, sondern weil er so völlig aus seinem Körper austritt. Und als er sein erstes Buch in Händen hielt, hatte er keine Ahnung mehr, wie der Anfang lautete. Unsere Gaben gehen durch uns durch, wir brauchen nur zu erlauben, dass es durch uns durch fließen kann. Und wir sollten uns selber, bzw. das Ego da raushalten, den Verstand draußen lassen.

Walsch wollte wissen, was der Zweck von allem ist, das erste was er damals hörte, war, dass er nicht sein Körper ist. Er hat zwar einen Körper, aber er ist nicht dieser Körper. Heute ist das ein alter Hut, aber vor all den Jahren war das brandneu für ihn. Und er wäre auch nicht seine Gedanken. Und nicht mal seine Seele. Und er fragte: Wer bin ich denn dann? Und Gott wollte es von ihm wissen. Fakt ist, dass beide nicht getrennt voneinander sind. Und Walsch hörte, dass er selber all die Antworten in sich hätte. Und so könne er auch alles selber erschaffen, was immer er wolle.

Walsch fragte weiter: warum ist das alles so anstrengend? Was mach ich hier eigentlich? Und er hörte: Du bist ich (being me). Du existierst, damit ich das alles hier erfahren kann. Warum? Damit das Leben sich selbst erfahren kann. Und wenn einem etwas nicht gefällt, dann hat man immer die Möglichkeit, die Geschichte zu ändern. Bei der Video-Aufnahme hatte Walsch all seine Konzepte fallen lassen, von dem, was sich gehört und was sich nicht gehört. Er ließ es geschehen, dass er Eckhart Tolle zur Begrüßung einen dicker Schmatzer auf die Stirn drückte.

Sogar wenn er spricht, lässt er zu, dass diese Dimension durch ihn sprechen kann. Die größte Herausforderung ist der Alltag, der tägliche Kleinkram für ihn. Da vergisst er die Erkenntnisse und seine Frau meinte, er sollte mal seine eigenen Bücher lesen. Tolle sagt dazu: die starke Präsenz ist nicht immer voll da. In der Öffentlichkeit schon und beim Schreiben, aber dann im Alltag nicht zu hundert Prozent. Dann übernimmt der Verstand das Kommando. Einfach ignorieren und die Präsenz zurückrufen.

Es ist wie ein Weckruf, wenn er die Verbindung verloren hat. Während der Aufnahme war sein Ego nicht da. Walsch sollte sich mehr dafür interessieren, was innerlich geschieht, nicht so sehr im Außen gucken und fragen: mögen sie mich oder mögen sie mich nicht. Es ist eine Illusion, zu denken, das Äußere wäre wichtig, wichtiger. Es gibt diese Momente der Verlockungen, um auf die nächst höhere Stufe zu krabbeln. Um uns die nächste Möglichkeit zu geben. Das Leben soll uns erinnern und aufwecken.

In einer Show wurde er mal gefragt:
wenn Gott uns nur ein einzige Botschaft zu geben hätte,
was könnte das sein? Und nach einem kleinen Scherz kam
die Antwort: Ihr habt mich alle missverstanden.

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