Sokrates: Selbsterkenntnis & Glaubensmut (alle)

Devino M., Dienstag, 16.03.2021, 20:43 (vor 223 Tagen) @ Devino M.

"Die Selbsterkenntnis gibt dem Menschen das meiste Gute, die Selbsttäuschung aber das meiste Übel."

- Sokrates -
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Von Krishna heißt es, dass das Wissen um das Selbst, die Königswissenschaft (oder das höchste Wissen) wäre. Im Grunde geht es da sogar weniger um das Wissen um etwas, sondern wie weit dies Gebrauch findet. Wissen an sich nutzt noch nichts. Im Grunde ist jede Weltanschauung, die in Worten irgendwo gegeben wurde, nur ein Erklärungsmodel für das, was von jemandem erlebt oder so gelebt wurde. Alles umschriebene, ist jedoch noch nicht das eigene Erlebnis (meist ist es Vergangenheit und Gleichnis bloß). Und vielleicht ist man auch auch gar nicht selber so ausgerüstet um diesem oder jenem zu folgen. Doch geht es darum irgendwo zu folgen oder eher seinen eigenen Weg zu gehen?

Sich vom Göttlichen tragen lassen (statt von der Masse), heißt den Göttlichen Willen auszuführen. Dieser kann auch äußere Aktionen erfordern, doch im wesentlichen ist es die Selbsterkenntnis um die es geht. Was zunächst so viel heißt, wie für Gott eben Mensch zu sein. Doch was heißt dies in einer neuen und verändernden Zeit? Oder besser gesagt, dem Geist der Zeit das beste abgewinnen, in dem man weisen Gebrauch von den eigenen Möglichkeiten macht. Doch wie sollte dies möglich sein, wenn man nicht weiß, was einem entspricht? Dann ist es ratsamer ehrlich mit sich selbst zu sein, als zu meinen es gäbe im Außen etwas zu gewinnen, was nicht erst in sich selbst ergründet wird.

Also geht es darum, den eigenen Weg zu gehen. Dem eigenen Herzen zu folgen. Aus sich heraus zu leben, dem eigenen Glaubensmut folgend. Die Schwierigkeit liegt meist mehr in der Selbstbegrenztheit, die man für sich annimmt und glaubt, als in äußeren Umständen. Selbst ob man dieses oder jenes mit seinem äußeren Leben anstellt, ist grundsätzlich die eigene Entscheidung. Je äußerer etwas ist, desto weniger von Bedeutung ist es für das innerste. Auch wenn man alles bis zu einem Grad als heilig und als einen Teil von Gott ansehen sollte (sprich, es gibt nichts Äußeres, was weniger ein Teil Gottes wäre). Dennoch gibt es viele unwesentliche wie wesentliche Dinge aller Art. Was wäre das Nichtige ohne die Nichtigkeit? Es wäre ohne Beschäftigung.

So ist alles Teil irgend einer Schöpfung, die dieser Dinge bedürfte und ihre Art Bedürftigkeit darin findet und auslebt - sonst gäbe es dies schlichtweg nicht. Denn alles entsteht ja aus dem Geist, zuerst ist der Geist die Ursache und auch zuletzt dadurch. Dieser dehnt etwas aus, erschafft etwas und doch ist es der Geist der sich selbst ausrollt. Glaubensmut wäre sich auch als diesen Geist zu erkennen. Mittels Selbsterkenntnis. Dieses bedeutet ehrlich mit sich selbst zu sein. Ehrlich auch mit den Gegebenheiten und Möglichkeiten zu sein und weisen und rechten Gebrauch zu machen [worin auch immer dies liegt - irgendwas in einem ist es ja, was einen zu diesem oder jenem führt - und so weit weg kann man sich mittels allem irgendwo ja auch nicht sein].


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