Wir alle sind das Kollektiv (alle)

Devino M., Mittwoch, 13.03.2024, 20:41 (vor 130 Tagen) @ Devino M.

"Das falsche "Ich" ist mit Objekten verbunden; es ist sogar sich selbst Objekt. Objektivität aber ist Irrtum. Das einzige Subjekt, das es gibt, ist die Wirklichkeit. Verwechseln Sie sich nicht mit dem Objekt, nämlich dem Körper. Das lässt das falsche "Ich" aufsteigen und im weiteren Verlauf die Welt und ihre Bewegungen darin mit allem Leide, das sich daraus ergibt. Halten Sie sich nicht für dies oder jenes oder irgendetwas; glauben Sie nicht, so oder so zu sein, oder der und der; Sie brauchen nur Schluss mit dem Irrtum zu machen; die Wirklichkeit offenbart Sich Selbst."

- Ramana Maharshi -
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Alles was da ist oder entsteht, ist zunächst dadurch da, dass Energie darauf gegeben wurde. Es ist durch die Energie der Menschen und Menschheit im wesentlichen entstanden. Es ist also echt, weil daran geglaubt wird. Dadurch wird etwas objektiv und fassbar oder erhält einen Nenner, der ansprechbar wird. Was damit ungeklärt bleibt, ist die Frage, wie weit etwas mit dem eigenen Selbst zu tun hat, oder wie weit es irgend etwas anderes ist. Oder wie weit es einer anderen Art von Selbst oder einem anderen Selbst entspricht.

Das bedeutet auch so viel, dass dann eigene Energie und Aufmerksamkeit verwendet wird, um etwas aufzubauen und aufzuladen, was mit einem Selbst eigentlich nichts zu tun hat. Was so viel bedeutet, dass man für irgend etwas anderes aktiv ist. Und wenn man auch nicht unmittelbar im Widerstreit zum eigenen Selbst damit stehen sollte, so dient man damit ja doch fremden Interessen. Und damit ist alles Erzeugnis eigentlich nichts, was etwas mit einem selbst zu tun hat. Es ist letztlich umsonst, denn es ist ja dann auch nichts, was man einsammeln und behalten kann - aus geistiger Sicht, im Sinne von, Schätze im Himmel zu sammeln.

Und wenn man es realistisch betrachtet, dürfte wohl 80-90%, so grob auf jeden Durchschnittsmenschen genommen, nichts sein, was man für sich oder sein Selbst tut. Damit ist nicht gemeint, dass man selbstlos wäre. Umgekehrt, wenn man das Niedere beiseite ließe, und für das eigene Selbst tätig ist, dann ist man meisten damit selbstlos. Denn das eigene Selbst bevorzugt einen innerlich nicht, sondern behandelt alle gleich. Lediglich dass durch den eigenen inneren Kanal der Energieaustausch und Fluss anders ist, was aber mehr in der Natur der Sache selbst begründet liegt. Ansonsten ist das Selbst selbstlos und weit mehr für die Menschheit und das Kollektiv tätig, bereits vom Instinkt ausgehend, als man es selbst in Persona sein könnte, bei ziemlich allen Bestrebungen und Tätigkeiten.

Vergleichbar wäre, dass man nicht die Hälfte seines Einkommens als Steuer weggeben würde, was man hierzulande durchaus tut. Und das Geld ist noch nicht einmal besser aufgehoben, als durch das, was der Einzelne damit tun würde oder könnte. Selbst wenn man es nahezu beliebig ausgeben würde, käme es der Gesamtwirtschaft gar besser zugute - als mittels fremder Lobbyinteressen und für verbrecherische Zwecke. So unachtsam aber geht der Durchschnittsmensch mit seinem Selbst um. Es kümmert ihn für gewöhnlich wenig, dass meist der permanente Selbstbetrug mehr als nur die Normalität ist, und es nahezu einer Regel gleicht. In dem man einfach fremdbestimmten Interessen folgt. Oder zumindest seine Hauptaufmerksamkeit und Energie drauf gibt oder dazu beisteuert.

Denn erst damit wird allerlei Agenda erst möglich, in dem die Energie der Mehrheit gebündelt und für fremde Interessen eingesetzt wird. Die Ursache ist aber nicht ein äußerer Feind irgendwo. Sondern in dem man nicht in der Lage ist, die eigene Energie und Aufmerksamkeit bei sich zu halten. Zu kontemplieren, zu meditieren und sich vernünftig auszurichten, so, dass man sich nicht beständig fehlidentifiziert und sich von allerlei äußerer Effekthascherei der eigenen Aufmerksamkeit und Energie sowie Selbstverantwortung berauben lässt.

Natürlich mag vieles einem gewissen Entwicklungsstand entsprechen und vielleicht auch bis zu einem gewissen Grad dem dreidimensionalen Schach zugehören. Und doch sind alle in genau dieser Weise auch mit verantwortlich für alle Vorgänge in der Welt. Denn das Kollektiv sind wir alle. Und wenn Einzelne eine übermäßige Handhabe erhalten, dann liegt es an allen, die dies zunächst mit ihrer Energie, Aufmerksamkeit und Ausrichtung als gegeben hinnehmen und es annehmen, nicht in dem man innerlich souverän Frieden damit schließt, sondern sich als Opfer äußerer Umstände positioniert. Es ist durchaus Zeit, auch als Kollektiv, erwachsen zu werden.

Wir alle sind das Kollektiv und alles im Äußeren ist im eigenen Selbst in Miniatur und Spiegelbild vorhanden. In dem wir alle lernen souverän mit dem eigenen Selbst umzugehen, wird der Raum erschaffen und gestaltet, für alles, was auf der Weltbühne in Erscheinung treten kann. Man mag nicht für alles persönlich verantwortlich sein, keine Frage, doch gilt es auch nichts aus der Hand zu geben. Zwar kann jedes Individuum den Raum haben, frei agieren zu können und keiner sollte sich genötigt sehen, irgend etwas manipulieren zu wollen (selbst nicht zum scheinbaren positiven). Doch bleibt die Frage, worauf gibt man in welcher Weise Energie und welcher Raum wird eingeräumt.

Wenn die Einsicht bei einem gegeben ist, dann kann man diese auch allen anderen verfügbar machen, so, dass diese in allen sich zügig ausbreiten kann. Und damit kann alles Übel sehr schnell sämtlichen Handlungsspielraum verlieren. Und alles im Außen, was gegen die Menschheit steht, kann so offensichtlich werden, dass es für jeden zur unleugbaren Tatsache wird. Oder ebenso gut kann etwas, was sich als furchtbares Monster aufblähen möchte, plötzlich zur lächerlichsten Farce in der Geschichte entwickeln. Man kann an Monster glauben oder man kann an die Menschheit und Menschlichkeit in allen und allem glauben. Wir alle sind das Kollektiv und mittels der Glaubenskraft aller, wird das erschaffen, was zur umfassenderen Wirklichkeit ausgestaltet wird.

Der Fehler der spirituellen Szene, ist, der Glaube an die Abgrenzung. Dass das negative Kollektiv so gesehen, die böse äußere Welt ist und man sich davon abschotten sollte. Natürlich mag man sich damit in persönlicher Weise weniger angreifbar machen. Man kann sich auch äußerlich durchaus zurückhalten. Aber man sollte innerlich sich selbst für das Kollektiv mit unter halten und im Sinne des Kollektivs innerlich offen agieren und es nicht so gesehen dem Übel überlassen. So, dass es sich ausagieren kann und die spirituelle Szene sich dann als Opfer identifizieren kann und man es innerlich auch aus der Hand gibt. Alle sind das Kollektiv und man sollte offen innerlich bleiben und positiv für das Kollektiv agieren.


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