T.N.Hanh: Liebe ist praktisch (alle)

Devino M., Sonntag, 12.12.2021, 22:09 (vor 41 Tagen) @ Devino M.

"Verständnis und Liebe sind Werte, die alle Dogmen transzendieren."

- Thich Nhat Hanh -
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Es ließen sich heutiger Tage leicht verschiedene Gründe anführen, unter denen man in Zweifel geraten mag, ob man Liebe für dieses oder jenes oder jemanden aufzubringen fähig ist. In der Form, als wäre Liebe etwas, was es zu überwinden gibt um davon geben zu können und ansonsten nur in dosierter Form anzuwenden sei. Denn scheinbar ist die Liebe ja nicht so praktisch, wenn man in einer ausweglosen Situation sich wähnen mag z.B., dann wären ja andere und direktere Schritte oder Maßnahmen vielleicht zielführender. Ist denn Liebe auch praktisch?

Um einen besseren Vergleich zu erhalten, kann man die willentliche Absicht vielleicht mit anführen. Die Qualität der Zeit spielt in der Absicht keine historische Abfolge. Bestenfalls als eine Summe von Erfahrungen oder Abfolgen von Ereignissen die erforderlich sind, damit eine Absicht vollständig aufgeht. Obwohl dies über die Dauer nichts auszusagen vermag, denn die Abfolge könnte in wenigen Augenblicken oder Jahren erfolgen. Doch wie weit käme es ohne die bestimmte Absicht dahinter und rein zufällig zustande? Mit der bestimmten willentlichen Absicht, werden alle Ereignisse automatisch arrangiert, die Zeit wird durch die Absicht gebeugt, in welcher die Ereignisse die erforderlich sind, eine Anordnung erhalten, die sie sonst nicht hätten, um die Absicht vollends zu realisieren. Die Zeit selbst ist also in jeder Hinsicht nur noch relativ, denn die Summe der Absicht ist das entscheidende.

Der praktische Wert der Liebe liegt darin, die Zeitlinien anzuziehen und so anzuordnen, dass alles auf der Seite des Wohlwollens seine Position finden kann oder ggf. gar nicht. Die Qualität der Zeit mittels Liebe, heißt sich auf das auszurichten, was von Dauer ist und nicht vergeht. So dass man sich viele Wege erspart, die nicht in Resonanz mit der Liebe stehen und die Ereignisse und Erfahrungen anzieht, die eine tiefere Erfahrung der Liebe ermöglichen. Somit ist Liebe ein sehr praktisches Mittel. Wollte man diese vorenthalten, dann ja nur, weil man sich gegen den Frieden entscheidet, der der Liebe folgt. Man zieht oder hält eine Zeitabfolge in seiner Aura an irgend einer Stelle fest, die nicht in der Liebe mündet. Auch wenn es selbst nicht von Dauer ist, man enthält sich selber die Liebe vor, an der entsprechenden Stelle und wählt so das Ereignis, welches nicht in der Liebe ist. Liebe folgt auch keiner Zeit, sondern Liebe bedingt Einheit und Zeit ist ein Konstrukt um etwas anderes als die Einheit der Liebe zu erfahren für den Moment. So dass die Liebe der Erfahrung gewidmet ist, die sich mittels Zeitabfolgen erklären lässt. Der eigentliche Hintergrund aus Sicht der Liebe, wird nicht aus der Zeit gewoben, sondern aus der Liebe die Einheit hervorruft und von einer ewigen Natur ausgeht.

Liebe in seiner reinen Güte ist es dann, wenn es keine Unliebe kennt als Polarität - vielmehr ist alles andere bereits Unliebe, was nicht in der Liebe ist. Wer weiß es schon, wie oft welches Unglück an einem vorübergehen konnte, ohne einzutreten, weil man in der Liebe war. Wer weiß wie oft schon welches Glück an einem vorüber geschritten ist, ohne dass man es erblickte, weil man etwas anderes als die Liebe und das Wohlwollen im Sinn hatte. Liebe im eigenen Feld, so viel man kann, ist sicher ein guter Multiplikator für gute Ereignisse; auch wenn man nicht weiß, welche der Schlechten vorbeigegangen sind, man sollte diese ja auch nicht beabsichtigen, es reicht, wenn die guten Ereignisse nicht unbesehen vorübergehen. Die wohlwollende Absicht und die Liebe zu allem, sind Freiheiten, die man sich nicht ausreden lassen sollte für einen Ersatz, der einem nicht entspricht oder von Dauer sein kann.


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