Der Betrachter der Welt - Seneca (alle)

Devino M., Samstag, 30. März 2019, 11:04 (vor 253 Tagen)

Seneca: Trostschrift an die Mutter Helvia [Consolatio ad Helviam matrem]

Wie wenig freilich haben wir verloren! Die zwei schönsten Dinge folgen uns, egal, wohin wir uns begeben: die allen gemeinsame Natur und die eigene Tüchtigkeit.
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Das Beste, was der Mensch besitzt, liegt außerhalb menschlicher Willkür und kann weder gegeben noch genommen werden. Diese unsere Welt, die größte und schönste Schöpfung der Natur, und der Geist, der Betrachter und Bewunderer der Welt, ihr herrlichster Teil, beide gehören uns, überdauern und werden so lange bei uns sein, wie wir selbst am Leben bleiben. Daher wollen wir freudig, erhobenen Hauptes und mit furchtlosem Schritt eilen, wohin auch immer das Schicksal uns führt, und Land für Land durchmessen. Innerhalb dieser Welt kann es keine Verbannung geben; gibt es doch nichts auf dieser Welt, was dem Menschen fremd wäre.

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Man ist in der Welt um Erfahrungen zu machen. Die Welt selbst lehrt uns ansonsten nur, dass sie uns nichts lehrt. Wir selber sind diejenigen die durch uns selbst etwas lernen können. Der Welt kann man ansonsten nichts beibringen.

Schließlich geht man durch die Welt und nicht die Welt durch einen. Geht der Einzelne intelligenter mit der Welt um, dann ist die Welt auch intelligenter. Das kann auf einen Schlag gehen, wenn ein gewisses Erwachen einsetzt.

In der Welt kann es nichts Fremdes für den Menschen geben, denn es gibt außer dem Menschen keine Welt in dem Sinne.


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