Was ist Genügsamkeit? - Seneca (alle)

Devino M., Samstag, 23. Februar 2019, 11:44 (vor 91 Tagen) @ Devino M.

Seneca - Briefe an Lucius 5

Genügsamkeit fordert die Philosophie, nicht Selbstkasteiung; doch Genügsamkeit braucht nicht ungepflegt einherzugehen. Dies ist das Maß, das mir zusagt: Unser Leben soll die Mitte halten zwischen dem Ideal und den allgemein üblichen Gepflogenheiten. Alle sollen unser Leben mit Respekt betrachten, aber auch gut finden. "Wie also? Werden wir genauso handeln wie alle anderen? Wird es zwischen uns und ihnen keinen Unterschied geben?" Sogar einen sehr großen: Dass wir der Masse ganz und gar nicht gleichen, soll jeder erkennen, der uns aus der Nähe betrachtet.
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Mit dem zufrieden sein und arbeiten was zunächst da ist, heißt Genügsamkeit. Nicht das man sich den schlechten Teil von allem wählt, allerdings auch nicht nur den Guten, um den schlechten Teil den anderen zu überlassen.

Es geht nicht um den Ruf, das Ansehen oder ein Image, jedoch heißt es auch nicht das man flegelhaft damit umgeht. Beim Weisen verbleibt oft nur die Einsicht, warum es so und nicht anders ist. Und irgendwann will er daran auch nichts mehr daran ändern, denn schließlich hat er dann die Summe aus allem erkannt und ihm genügt die Summe vollends und er möchte auch nichts Einzelnes mehr daraus für sich beanspruchen.

Die Summe bedeutet in dem Zusammenhang, dass man sich auch als die Summe des Ganzen versteht. Es gibt dann keinen eigenen Vorteil oder Nachteil mehr, sondern nur Tendenzen innerhalb irgendwelcher Summen und im größeren Gesamten. Und es gibt viele Dinge die verbessert werden können. Und daran arbeitet man dann. Das heißt Genügsamkeit.


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