Karl Marx der Philosoph - Kap (alle)

Devino M., Sonntag, 02. Dezember 2018, 20:55 (vor 8 Tagen) @ Devino M.

Das Kapital - Karl Marx
1. Band 3. Kapitel - Das Geld oder die Warenzirkulation
2. Zirkulationsmittel
b) Der Umlauf des Geldes

Die Natur der Warenzirkulation selbst erzeugt den entgegengesetzten Schein. Die erste Metamorphose der Ware ist nicht nur als Bewegung des Geldes, sondern als ihre eigene Bewegung sichtbar, aber ihre zweite Metamorphose ist nur als Bewegung des Geldes sichtbar. In ihrer ersten Zirkulationshälfte wechselt die Ware den Platz mit dem Geld. Damit fällt zugleich ihre Gebrauchsgestalt aus der Zirkulation heraus, in die Konsumtion. Ihre Wertgestalt oder Geldlarve tritt an ihre Stelle. Die zweite Zirkulationshälfte durchläuft sie nicht mehr in ihrer eigenen Naturalhaut, sondern in ihrer Geldhaut. Die Kontinuität der Bewegung fällt damit ganz auf die Seite des Geldes und die selbe Bewegung, die für die Ware zwei entgegengesetzte Prozesse einschließt, schließt als eigene Bewegung des Geldes stets denselben Prozess ein, seinen Stellenwechsel mit stets anderer Ware.
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Geldlarve, Gebrauchsgestalt, Wertgestalt, Naturalhaut, Geldhaut, alles Begriffe und Wortfindungen bei Marx, wo man merkt, dass einer durchaus gewisse Begrifflichkeiten gepflegt hat. Bis sie eine lebendige Vorstellung der Dinge erwecken, und nicht bloß als Wortverbindung und Platzhalter genutzt werden um irgend einen zusammengefassten Sinn zu vermitteln, der auf einer bestimmten Idee beruht.

Das hätte man bei anderen Philosophen viel eher erwartet, die sich selbst mehr philosophischen als in der Weise wirtschaftlichen Thematiken versprochen haben. Man ist nicht wenig überrascht also auch in Richtung der Willensthematik bei ihm Ausdrucksweisen vorzufinden, die doch auf eine gewisse Reflektiertheit und somit auch auf ein gewissen Wissensumfang hindeuten.

Wobei die klassischen philosophischen Themen, welche um die Unsterblichkeit der Seele, das Leben an sich und um Gott kreisen, ohnehin mehr das Grundwerkzeug mit vermitteln sollen (wenn man die klassische abendländische Philosophie nimmt). Hat man ein gewisses Werkmaterial (also auch gewisse Begriffe hinreichend gepflegt), dann steht dem nichts im Wege, sich allen Themen zuzuwenden.

Im Grunde zeichnet sich gerade Philosophie darin aus, und sollte sie auch, sich allen Themengebieten und Themen zuwenden zu können. Und aufgrund der Philosophischen Ausrichtung und Herangehensweise die Gefahr vermeiden, sich in irgendwelchen Dogmen überhaupt verlaufen zu können oder sich in einem Thema gänzlich zu verlieren.


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