Gesellschaftliche Äquivalentform - Kap (alle)

Devino M., Sonntag, 18. November 2018, 18:04 (vor 23 Tagen) @ Devino M.

Das Kapital - Karl Marx
Der Produktionsprozess des Kapitals
1. Band 2. Kapitel - Der Austauschprozess

... Im unmittelbaren Produktenaustausch ist jede Ware unmittelbar Tauschmittel für ihren Besitzer, Äquivalent für ihren Nichtbesitzer, jedoch nur soweit sie Gebrauchswert für ihn. Der Tauschartikel erhält also noch keine von seinem eigenen Gebrauchswert oder dem individuellen Bedürfnis der Austauscher unabhängige Wertform. Die Notwendigkeit dieser Form entwickelt sich mit der wachsenden Anzahl und Mannigfaltigkeit der in den Austauschprozess eintretenden Waren. Die Aufgabe entspringt gleichzeitig mit den Mitteln ihrer Lösung. Ein Verkehr, worin Warenbesitzer ihre eigenen Artikel mit verschiedenen anderen Artikeln austauschen und vergleichen, findet niemals statt, ohne dass verschiedene Waren von verschiedenen Warenbesitzern innerhalb ihres Verkehrs mit einer und derselben dritten Warenart ausgetauscht und als Werte verglichen werden. Solche dritte Ware, indem sie Äquivalent für verschiedene andere Waren wird, erhält unmittelbar, wenn auch in engen Grenzen, allgemeine oder gesellschaftliche Äquivalentform.
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Auch bieten sich Menschen selbst im Verhältnis untereinander als Waren an. Und zwar dann, wenn sie ihren eigenen Wert im Verhältnis zu den anderen Menschen abwägen und sich ähnlich einer Ware in ein Wertigkeitsverhältnis begeben. Die Wertigkeit mag sich zwar in allerlei gegenseitiger Nutznießung widerspiegeln, doch letztlich tritt auch hier der gesellschaftliche Wille mitunter hervor. Auch spiegelt eine gesellschaftliche Akzeptanz oder Anerkennung eine wesentliche Rolle hierbei.

Selbst wenn man also nicht mitmachen wollte, ist man dadurch immer noch nicht verschont, dass einem etwas zugeordnet oder sogar angedichtet wird. So kann sich einer also dagegen entscheiden und den selben Willen aufbringen konträr dazu, doch stünde damit dennoch eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz auf dem Spiel. Denn derjenige, der am meisten gesellschaftlich anerkannt wäre, hätte in dem Verhältnis den bedeutendsten Willen.

Die bestimmte gesellschaftliche Anerkennung ist daher eine nicht unwesentliche Konstante des allgemeinen Willens. Diese muss sich nicht und wird es auch selten sich auf eine Person beziehen. Es wird sich entweder gegen andere allgemeingesellschaftliche Willensausdrücke richten, oder gegebenenfalls sich auf die Stellung der Seele zu und in bestimmten Gesellschaftlichen Kontexten beziehen. Denn wie es sich bei der Ware verhält, die keinen eigenen Willen hat, so dass sie nur vermittelst des Willens von Personen sich willentlich fassen lässt, so ähnlich verhält es sich mit gesellschaftlichem Willen auf und zu einem anderen Willen [den Willensknoten bildet stets etwas was sich in einem wesensähnlichen, also adäquatem Verhältnis und Bezug befindet].


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