Gold - LU (alle)

Devino M., Mittwoch, 17. Oktober 2018, 00:26 (vor 31 Tagen)

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2.B. VI. 9.K.
§69. Argumente für und wider die ARISTOTELISCHE Auffassung

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Wer urteilt, dass Gold gelb ist, urteilt nicht, dass die Vorstellung, die er zusammen mit dem Worte Gold hat, Gold sei; er urteilt nicht, dass die Urteilsweise, die er beim Wörtchen ist vollzieht, unter den Begriff des ist falle usw. In Wahrheit ist das ist kein Wortzeichen für das Urteil, sondern ein Zeichen des Seins, das zum Sachverhalte gehört. Und wieder ist Gold kein Name für ein Vorstellungserlebnis, sondern Name für ein Metall. Ausdrücke sind Namen für Erlebnisse nur da, wo die Erlebnisse in der Reflexion zu Gegenständen der Vorstellung bzw. Beurteilung werden. Dasselbe gilt für alle, auch für die synkategorematischen Worte mit Beziehung auf das Gegenständliche, das sie nach ihrer Art zeichnen, wenn auch nicht als Namen nennen.

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Auch zu urteilen, was ein Urteil oder Urteilen ist und was nicht, ist ein Urteilen. Es ist also billig und billigend, anzunehmen, es wäre nur etwas ein Urteil, wenn man damit nicht konform ginge. Überhaupt zeigt sich schnell die Unkenntnis bereits darin, anzunehmen, Urteile würden sich immer gegen etwas oder jemanden sich richten und wären in Folge dessen nur Urteile.

Nahezu alles ist ein Urteilen, wenn es zu einer Unterscheidung von etwas führt. Es beginnt bereits damit, dass selbst Wahrnehmung ein Urteilen ist, eine Art von Wahrnehmungsurteil. Denn alles was nicht in der Wahrnehmung sich befindet, wäre als dann abgeurteilt, und das, was sich darin einfindet, ein Selektiv-Urteil und in dem Verhältnis ein Dafür-sein.

Das geht auch noch weiter. Alles worin man sich positioniert, ist ein Für-Urteil, alles andere, worin man sich nicht positioniert, ist ein Ablehnen, eine Position dafür einzunehmen oder eine Position darin [worin auch immer] einzunehmen, schließt zugleich direkt oder indirekt alles andere also aus.


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