Lebensgefühl - KdU (alle)

Devino M., Samstag, 05. Mai 2018, 17:28 (vor 72 Tagen) @ Devino M.

Kritik der Urteilskraft - I. Kant - §1

Ein regelmäßiges, zweckmäßiges Gebäude mit seinem Erkenntnisvermögen (es sei in deutlicher oder verworrener Vorstellungsart) zu befassen, ist ganz etwas anders, als sich dieser Vorstellung mit der Empfindung des Wohlgefallens bewusst zu sein. Hier wird die Vorstellung gänzlich auf das Subjekt und zwar auf das Lebensgefühl desselben, unter dem Namen des Gefühls der Lust oder Unlust, bezogen, welches ein ganz besonderes Unterscheidungs- und Beurteilungsvermögen gründet, das zum Erkenntnis nichts beiträgt, sondern nur die gegebene Vorstellung im Subjekte gegen das ganze Vermögen der Vorstellungen hält, dessen sich das Gemüt im Gefühl seines Zustandes bewusst wird. Gegebene Vorstellungen in einem Urteile können empirisch (mithin ästhetisch) sein; das Urteil aber, das durch sie gefällt wird, ist logisch, wenn jene nur im Urteile auf das Objekt bezogen werden. Umgekehrt aber, wenn die gegebenen Vorstellungen gar rational wären, würden aber in einem Urteile lediglich auf das Subjekt (sein Gefühl) bezogen, so sind sie sofern jederzeit ästhetisch.
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Sofern man sich in lauter ästhetische Urteile reinsteigert, und diese als objektiv gegeben mit allerlei Objekten in Verbindung setzt, erhält man als Ergebnis daraus lauter zufällige Verhältnisse. Zwar kann man sich in der Weise sein Lebensgefühl gestalten, nur hat es dann irgendwann nur noch wenig Bezug, zu den einen umgebenden Dingen.

Vergleichbar wäre es mit einem Menschen, der immer davon ausgeht, dass er in allen Dingen richtig liegt. Nicht selten zeigt sich das, wenn hinsichtlich allem lauter Behauptungen aufgestellt werden, wogegen aber kein Argument vorliegt, als bloßer Annahmen. Was nicht selten durch lauter ästhetische Urteile geprägt wurde.

Entscheidend ist also auch, wie weit ein Argument gegeben ist. Denn im Falle eines Arguments, sofern begründet und ergründet, ist immer also auch eine gewisse Erkenntnis im Spiel.


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