Mut zur Lebenserfahrung - KiW 21:1:7 (alle)

Devino M., Montag, 05. März 2018, 00:55 (vor 285 Tagen)

Ein Kurs in Wundern - T 21:1:7

Die Noten sind nichts. Dennoch hast du sie in dir bewahrt, nicht um ihrer selbst willen, sondern als sanfte Erinnerung an das, was dich zum Weinen brächte, wenn du dich bloß erinnertest, wie teuer es dir war. Du könntest dich erinnern, doch hast du Angst davor, weil du glaubst, du würdest die Welt verlieren, die du seither gelernt hast. Und dennoch weißt du, dass nichts in der Welt, die du gelernt hast, dir auch nur halb so teuer ist wie dies. Horch und sieh, ob du dich an ein altes Lied erinnerst, das du vor so langer Zeit gekannt hast und das dir lieber war und teurer als irgendeine Melodie, die du dich selbst seither lieb zu haben lehrtest.
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Vieles kommt ja mit der Zeit hinzu. Man mag sich eine Weile damit zunächst schwer tun, vielleicht ein wenig herumquälen damit, und dann hat man es geschafft und hinter sich. Indem man es erlernt hat. Natürlich denkt man vielleicht an noch frühere Zeiten zurück, wo man als Kind noch verhältnismäßig unbekümmert und in den günstigeren Fällen unbeschwert sich des Lebens erfreuen konnte, und wieso es nicht immer so bleiben konnte oder durfte.

Wie war es wohl als Seele geboren zu werden? Hatte man da nicht noch schönere Zeiten? Wo man im Lichte herumtollen konnte und allerlei Sphärenklängen lauschen konnte. Das Gute ist wohl, dass es nicht verloren gegangen ist, und irgendwo in einem latent vorhanden sein muss.

Somit ist es eine Frage des erinnern Könnens. Die Erinnerung geht dann meist leichter, wenn man sich in einem ähnlichen Zustand und einer ähnlichen Haltung befindet, die dem möglichst nahe kommt, als das Erlebte sich einprägte und die entsprechenden Erfahrungen gemacht wurden. Sehr fern kann der Grundton den man in sich hat einem ja auch nicht sein.

Man mag sich also auch fragen, warum man dazu überging verschiedene leidvollere Erfahrungen überhaupt auf sich zu nehmen oder zu machen, wenn es doch so schön war? Im Falle des Kindes lässt es sich leicht damit beantworten, dass man ja nicht immer Kind bleibt, auch wenn es in einem noch weiter erhalten sei. Was auch immer einen wie den anderen auf seine Weise dazu wohl bewog, der Mut dazu kam wohl daher, dass man sich sicher war, diese inneren Schätze nicht verlieren zu können durch etwas, was nur hinzu kommt.


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