Der ist ein wahrhaft froher Mann... - BG 5:23 (alle)

Devino M., Donnerstag, 24. August 2017, 02:37 (vor 276 Tagen) @ Devino M.

Bhagavad Gita 5:23

Yogananda:
Wer auf dieser Erde bis zum Zeitpunkt seines Todes Herr all seiner Wünsche geworden ist und alle Regungen der Begierde und des Zorns besiegt hat, ist ein wahrer Yogi. Er ist ein glücklicher Mensch!

Prabhupada:
Wenn jemand, bevor er den gegenwärtigen Körper aufgibt, lernt, dem Drang der materiellen Sinne zu widerstehen und die Macht von Lust und Zorn zu bezwingen, befindet er sich in einer sicheren Stellung und lebt glücklich in dieser Welt.

Reclam:
Wer noch, wenn er im Körper weilt,
Die Aufregung besiegen kann,
Die ihm aus Gier und Zorn entsteht,
Der ist ein wahrhaft froher Mann.

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Nach allem was bekannt ist, mag vieles in einer Hinsicht gesagt und angenommen zwar eine Sache des Glaubens überhaupt sein, andererseits auch die dessen, worin man mit seinem Bestreben eingegangen ist. Und daher etwas ganz praktisches.

Zum einen heißt es in der Bhagavad Gita, dass das woran man zum Zeitpunkt seines Überganges (seines Todes und Ablebens) denkt, und also auch glaubt, der Ort sein wird, zu dem man gelangt. Andererseits, wohin man eingeht und eingegangen ist, darin ist man schlichtweg wohl auch.

D.h. also, wenn man sich von dem gewissen "im-Körperlichen-befindlichen" abhängig macht, dann ist da zumindest ein Teil oder Anteil in einem, der zum jeweiligen drängen wird und daran hängt oder davon abhängig ist und ggf. bleiben wird. Und hat man also auch das Körperliche in einem gewissen Sinne abgestreift, kann weiterhin angenommen werden, dass ein solcher Anteil nicht mehr bedient werden kann, aber nicht fort ist und einfach dadurch verschwindet, wenn dieses der immerwährende oder längerwährende Geistaspekt ist. Bis also eine gewisse Körperlichkeit wieder hergestellt wird und wieder da ist, die also auch diesen Anteil wieder bedienen und zufrieden stellen kann, bleibt jeweiliges immer noch auch weiter erhalten in seiner Zustandsweise.

Von dem her ausgehend ist's eine Frage, wie man womit umgeht, wie man etwas hinterlässt, und wie man einen Abschluss für sich und an sich mit irgend einer Sache findet. Möchte man im Geiste bleiben, dann sollte das Körperliche soweit keine Bedeutung für einen mehr haben, als dass man vollends seinen Frieden damit macht und findet.

Nicht in dem man irgendwie abgehoben und weltfremd tut und sonderlich damit umgeht, sondern in dem es mehr vergeistigt ist und bedeutungslos wird. Ob es also da ist, oder nicht da ist, man hat für sich damit in natürlicher Weise einfach abgeschlossen und keine besonderen Investitionen mehr darin, stört sich also auch genauso wenig daran, wenn es da ist.

Es sollte letztlich ohnehin alles darauf hinaus laufen, dass es für einen keinen absolut wesentlichen Unterschied mehr gibt zwischen verkörpertem und nicht-verkörpertem. Dann ist man im umfänglicheren Sinne wohl bereit nur noch im Geiste zu verweilen und zu verbleiben, ohne dass es irgend einen Umstand oder Abbruch für einen (oder einen Anteil) fortan bedeuten würde.


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