Zitate November 2019 - Berufung (alle)

Devino M., Sonntag, 03. November 2019, 23:45 (vor 35 Tagen)

"Jede Art Berufung ist bedeutsam und nötig, damit das Gewissen gewiss ist."

- Martin Luther -
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Berufung geht über die persönliche Ambition hinaus. Die meisten Dinge haben einen Anfang und ein Ende, oder sind in ihrer Natur unbeständig u.v.m. Berufung bringt noch eine weitere Konstante ins Spiel. Sie mobilisiert Kräfte, von denen man meist nicht ahnt, dass sie in einem stecken. Das ist einfach die Anteilnahme an etwas größerem als man selber es ist. Und doch vom Selbst ausgehend, ist man auch all dies. Eben dadurch folgt man seiner Berufung. Eben dies führt auch zum gefestigten Gewissen. Wenn man so die Gewissheit hat, auf dem rechten Weg zu sein...

I.Kant: Vorurteile

Devino M., Dienstag, 05. November 2019, 16:08 (vor 33 Tagen) @ Devino M.

“Alle Menschen haben Vorurteile, nur von verschiedener Art.“

- Immanuel Kant -
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Die Summe der Annahmen, wie etwas sei, ist üblicherweise weit höher, als die Einsicht dessen was ist. Also ist die Einbildung gewöhnlich umfassender, als das Gewahrsein dessen, was ist. Das ist eine wesentliche Ursache für Missverständnisse und unangebrachten Umgang.

Und doch so wahrhaftig einer ist, so ist auch der Bezug da, zu dem, was einen umgibt. Also ist das Vorurteil dasjenige, was einen Ersatz zur Wahrheit und Verhältnis bilden soll.

Vorurteile kann man nicht wirklich ausräumen, weil se nur einseitig sind und das Gegenteil dessen darstellen, was existiert, oder sie stehen in Opposition zum Verhältnis wie es ist. So das weder Wahrheit noch Verhältnis ein Schnittmenge bilden können. Vorurteile löst man also entweder selbst bei sich auf, oder nimmt sie selber mit ins Grab.

Meister Eckhart: Leib und Seele

Devino M., Samstag, 09. November 2019, 13:43 (vor 29 Tagen) @ Devino M.

"Wo Leib und Seele miteinander in Eintracht sind, sind alle Werke dem Menschen süß und lustvoll."

- Meister Eckhart -
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Wenn man als Seele arbeiten ist, dann ist die Arbeit in einem. Als Mensch zugleich, ist man bloß einer von vielen [jedenfalls vom Grundsatz ausgehend]. Nun ist es allerdings so, dass so weit man seiner Seele hinreichend nahesteht, man auch Einsichten von dieser empfängt und unter ständigem Einfluss der Seele steht. Je näher man so der Seele ist, um so mehr ist man einfach nur die Seele selbst, es gibt keine Schranke zwischen der Seele und dem Menschen [und der Mensch wird selbst zur Seele, und nicht umgekehrt - also gleicht sich auch das Naturell]. Also sieht der Mensch ebenso wie die Seele alles zugleich in sich, oder erfährt es jedenfalls so, und auch um sich. So weit, so banal. Doch interpretiert ein jeder Mensch diese Erfahrung wieder ein stückweit auf seine Art und Weise. So dass es hier und da alles irgendwo verfärbt und zurechtgelegt ist. Allein schon, um nicht bei jeder Kleinigkeit sich allen Grundsatzthemen drumherum zu stellen, während man mit irgend einer Arbeit beschäftigt ist.

So führt es also dazu, dass ja auch verschiedene Kräfte mit allem verbunden sind, so dass der Mensch, der dieser nicht habhaft ist, in irgend einer Weise auch diese interpretieren und damit umgehen muss. Dies führt dazu, dass auch verschiedene Reaktionen auf Impressionen aus der Seele erfolgen. Es kann also von Überheblichkeit, bis zur Geistesgestörtheit oder Verleugnung u.dgl.m., alles als Reaktion folgen.

Man kann sich immer wieder prüfen, was man gerade in sich erfährt, z.B. während man bei der Arbeit ist, zu Hause, Unterwegs (im Auto oder Bahn). Welche Impression der Seele es ergibt, weil man zugleich das Umfeld in sich erfährt. Und als Mensch, um sich herum sieht. Und diese innere Erfahrung, die auch zu den verschiedenen Menschlichen Verhaltensweisen und Reaktionen führt, wie weit man innerlich gelassen bleibt, oder doch von etwas affiziert zu verschiedenen Reaktionen neigt. Der erfahrene Unterschied, wo man oft denkt, man sei dies ja alles nur selber, auf die gemachte Erfahrung mit dem jeweiligen Umfeld, ist es, was die Einsicht und Erkenntnis als Seelenimpression vermittelt. Nicht alles ist man nur selber, auch wenn es vermittelst des eigenen Selbst da sein mag.

In dieser Weise, kann man sich in seiner Seelenvertiefung üben. Was schon ein gewisses Grad an innerer Klarheit, Reinheit und möglichst einen gesunden und ausgewogenen Charakter erfordert, um weniger Irritationen und mehr brauchbare Impressionen mit sich bringen. Andernfalls sollte man sich lieber auf den Alltag konzentrieren und an eben diesem arbeiten, um sich schließlich nicht selber mehr Schwierigkeiten zu machen, als man für gewöhnlich bewältigen kann. Denn es wird ja nicht weniger, wenn noch weiteres hinzukommt. Bevor alles aus den Fugen gerät, sollten die grundsätzlichen Dinge schlichtweg stimmen und bei Bedarf immer weiter nachgepflegt werden. Im Grunde befindet man sich immer in einer Seelenerfahrung, einem Seelenerfahrungsraum, wenn man so will, und von diesem auch ausgehend, an alles herangehen.

Meister Eckhart: Ich bin, der ich sein werde

Devino M., Montag, 11. November 2019, 15:34 (vor 27 Tagen) @ Devino M.

“ Wer werden will, was er sein sollte, der muss lassen, was er jetzt ist.

- Meister Eckhart -
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Das ist doch mal ein Ratschlag?
Es heißt anders herum auch: Ich bin, der ich sein werde.

Alles was man anderes ist, und was man nicht sein wird, das ist man auch jetzt schon nicht, nur fehlt dazu noch die erforderliche Einsicht, dass man dies nicht ist. Allerdings, was ist mit dem Wandel, der jetzt noch ist?

Nun, dann müsste man sich als Wandelnder in einer Wanderwelt ansehen. Und nicht als das, was man meinte fest zu sein, was aber nicht ist.

Meister Eckhart: Hüter der Schwelle

Devino M., Freitag, 22. November 2019, 00:28 (vor 17 Tagen) @ Devino M.

“Wir selbst sind die Ursache aller unserer Hindernisse.“

- Meister Eckhart -
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Anders gesagt: Ein jeder ist sich selber, der Hüter der Schwelle.

Patanjali: Das Licht auf Erden

Devino M., Mittwoch, 13. November 2019, 23:43 (vor 25 Tagen) @ Devino M.

"Nur wenn die richtige Übung für lange Zeit ohne Unterbrechungen, mit Eifer und einer positiven Einstellung befolgt wird, wird sich der Erfolg einstellen."

- Patanjali -
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Übung, ist auch nicht gleich Übung. Es hängt von der Einstellung ab, nicht bloß dem Wunsche nach. Auch ist nicht alles eine moralische Frage. Sei auch die moralische Einstellung bescheiden, noch viel schlimmer kann da der technische Umgang sein, mit dem, womit man nicht umgehen kann. Gerade wenn man an irgend etwas Gemeinsames geht. Ist das Jeweilige hinterher schlechter noch als vorher, dann ist es besser, man fasst jeweiliges auch nicht an. Soweit es einer Grundlage oder Willenserklärung oder Äußerung entbehrt.

Auch Fahrrad fahren kann man nicht gleich, nur weil man es schafft, seinen Hintern auf den Sitz zu bekommen. Es erfordert vieles viel Übung. Vieles erfordert auch, dass vieles übereingeht. Eine passende Einstellung, Charakter, Moralische Gesinnung, Befähigung in der Handhabe, Verantwortung für die eigenen Taten sowie Auswirkungen.

Es wäre ja schlimm, wenn Gott für irgend etwas Partei ergreifen und auf einer anderen Seite Unheil herabkommen ließe. Es gibt für Gott keine Partei, für das, was einen Teil von IHM selbst bildet. ER würde sich ja sonst gegen sich selbst richten. Was ja absurd wäre. So und ähnlich, sollte das was man verantwortet, auch abgestimmt sein, dass es mit Gott irgendwo übereinstimmt. Das ergäbe wohl die effektivste Übung in allem.

Das Licht auf Erden, ist die Gemeinschaft, die etwas besser macht auf dem Planten, auf welchem sich ein jeder befindet, als es zuvor war.

M.Twain: Ist-Zustand

Devino M., Dienstag, 19. November 2019, 15:51 (vor 19 Tagen) @ Devino M.

“Ehe man anfängt, seine Feinde zu lieben, sollte man seine Freunde besser behandeln.“

- Mark Twain -
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Es geht immer um das Naheliegende, und im Grunde weiß auch ein jeder, was es jeweils bei einem ist. Genau so, wie es um die Nahestehenden zunächst immer geht. Wenn das nicht in Ordnung ist, auf welche Höhe wollte man denn dann sonst hinaus?

Wenn man sich selbst nicht liebt, wie will man dann überhaupt jemand anderes aufrecht lieben können? Es sind keine aufwendigen Erklärungen und Fähigkeiten nötig, wenn das Umfeld und im Kleinen bei und um sich keine Ordnung aufrecht erhalten wird.

Wenn es nicht an der Unwissenheit scheitert. Wenn es nicht an der Gesinnung und Einstellung scheitert. Dann scheitert es am Willen. Nur kann dann alles nicht anders sein, als es ist. Wenn es auch nicht ohne Grund so ist, dann wird sich ohne Grundlage auch nichts ändern, weil es so ist, wie es den Gegebenheiten angemessen entspricht.

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