Hegenomie des Marktes - Kap (alle)

Devino M., Sonntag, 25. November 2018, 19:29 (vor 16 Tagen)

Das Kapital - Karl Marx
1. Band 3. Kapitel - Das Geld oder die Warenzirkulation
1. Maß der Ware

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Der Preis oder die Geldform der Waren ist, wie ihre Wertform überhaupt, eine von ihrer hangreiflich reellen Körperform unterschiedene, also nur ideelle oder vorgestellte Form. Der Wert von Eisen, Leinwand, Weizen usw. existiert, obgleich unsichtbar, in diesen Dingen selbst; er wird vorgestellt durch ihre Gleichheit mit Gold, eine Beziehung zum Gold, die sozusagen nur in ihren Köpfen spuckt.

2. Zirkulationsmittel
a) Die Metamorphose der Waren

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Das Überspringen des Warenwertes aus dem Warenleib in den Goldleib ist, wie ich es anderswo bezeichnet, der salto mortale der Ware. Misslingt er, so ist zwar nicht die Ware geprellt, wohl aber der Warenbesitzer. Die gesellschaftliche Teilung der Arbeit macht seine Arbeit ebenso einseitig als seine Bedürfnisse vielseitig. Ebendeswegen dient ihm sein Produkt nur als Tauschwert. Allgemeine gesellschaftlich gültige Äquivalentform erhält es aber nur im Geld, und das Geld befindet sich in fremder Tasche. Um es herauszuziehen, muss die Ware vor allem Gebrauchswert für den Geldbesitzer sein, die auf sie verausgabte Arbeit also in gesellschaftlich nützlicher Form verausgabt sein oder sich als Glied der gesellschaftlichen Teilung der Arbeit bewähren.

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Im Grunde wird vieles auf gut Glück produziert, in der Hoffnung dass die Ware an den Mann gebracht werden kann. Je mehr Geld aus der Tasche gegeben wird auf der einen Seite für die Ware, um so beglückter der Händler. Allerdings, wenn viele andere Händler ähnliche Ware am Markt haben, umso schwieriger für den Händler dafür.

Von dem her ist die Produktion bereits eine Sache der Spekulation. Es ist nicht weiter verwunderlich also, wenn dann ähnlich mit der Ware weiter verfahren wird. Zwar mag es sich nach einem gewissen Bedarf und den aktuellen Bedürfnissen gewisser Massen richten, doch spukt auch dies lediglich in den Köpfen und die Realität könnte eine andere sein. Das Risiko liegt also auch beim Händler oder dem Produzenten, obwohl die Ware vielleicht größerer Qualität ist, als die Vorgegangene und sollte besser entlohnt auch werden, doch ist das Gegenteil der Fall, wenn die Nachfrage doch ausbleibt.

Von dem her wird nicht wirklich die Qualität und Leistung oft so bezahlt, wie sie sollte. Vielmehr ist es oft die Begierde, die ausbleibt, nach dem jeweiligen Produkt, oder umgekehrt, eine entfachte Begierde, die der Qualität der Produkte und der Arbeitsleistung gar nicht erst entspricht, welche dann unangemessen honoriert wird.

Ein neues Ökonomisches Verhältnis - Kap

Devino M., Sonntag, 25. November 2018, 19:48 (vor 16 Tagen) @ Devino M.

Das Kapital - Karl Marx
1. Band 3. Kapitel - Das Geld oder die Warenzirkulation
2. Zirkulationsmittel
a) Die Metamorphose der Waren

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Wir kennen bisher kein ökonomisches Verhältnis der Menschen außer dem von Warenbesitzern, ein Verhältnis, worin sie fremdes Arbeitsprodukt nur aneignen, indem sie eigenes entfremden. Einem Warenbesitzer kann der andere daher nur als Geldbesitzer gegenübertreten, entweder weil sein Arbeitsprodukt von Natur die Geldform besitzt, also Geldmaterial ist, Gold usw., oder weil seine eigene Ware sich bereits gehäutet und ihre ursprüngliche Gebrauchsform abgestreift hat.

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Ein anderes ökonomisches Verhältnis könnte sich einstellen, wenn man eine andere Verteilungsform und somit eine anders orientierte Produktion schafft. Möglich wäre dieses, wenn man einen großen Markt, eine Art Warenlager erzeugt, mit einer zentralen Erfassung der Bedürfnisse/Anfragen und des Sortiments, sowie einer dezentralen Verteilung der Güter (über viele Warenlager verteilt).

Dazu eine Einstufung sämtlicher Güter, nach Bedarf. Einmal nach lebenserforderlichen Gütern, nach Gütern gehobener Qualität und nach Luxusgut. Zugriff auf die lebenserforderlichen Güter sollte jeder bedingungslos erhalten. Güter gehobener Qualität könnten priorisiert und sofern keine Notwendigkeit besteht, in größerem Maße denen zustehen, die sich in der Gesellschaft mit ihrer Leistung verdient machen. Luxusgüter könnten letztlich gehandelt werden, gemäß der angesammelten und bis dato nicht vergoltenen Leistung, oder für herausragende Leistungen in der Gesellschaft ausgegeben werden.

Das wäre sogar einem bedingungslosen Grundeinkommen (welches dennoch parallel möglich wäre) vorzuziehen. Denn letztlich wüsste man nicht, ob einer das Grundeinkommen auch zur Abdeckung der Grundbedürfnisse wirklich nutzen würde. Wenn die Grundbedürfnisse doch bereits allgemein verfügbar gedeckt werden könnten, dann bräuchte man irgendwann keine wirkliche Währung mehr. Dennoch sollte in irgend einer Art und Weise die eingebrachte Leistung in der Gesellschaft registriert und gewertet werden.

Eine Metamorphose des Glaubens - Kap

Devino M., Sonntag, 25. November 2018, 20:09 (vor 16 Tagen) @ Devino M.

Das Kapital - Karl Marx
1. Band 3. Kapitel - Das Geld oder die Warenzirkulation
2. Zirkulationsmittel
a) Die Metamorphose der Waren

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Weil die entäußerte Gestalt aller anderen Waren oder das Produkt ihrer allgemeinen Veräußerung, ist Geld die absolut veräußerliche Ware. Es liest alle Preise rückwärts und spiegelt sich also in allen Warenleibern als dem hingebenden Material seiner eigenen Warenwerdung. Zugleich zeigen die Preise, die Liebesaugen, womit ihm die Waren winken, die Schranke seiner Verwandlungsfähigkeit, nämlich seine eigene Quantität. Da die Ware in ihrer Geldwerdung verschwindet, sieht man dem Geld nicht an, wie es in die Hände seines Besitzers gelangt oder was in es verwandelt ist. Non olet, wessen Ursprungs auch immer. Wenn es einerseits verkaufte Ware repräsentiert, so andererseits kaufbare Waren.

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Es wäre denkbar und möglich, ein gerechteres System des Warenaustausches aufzustellen. Ohne dass Geld in das fließt, was keinen Wert hat, weil es nicht existiert [außer in einem Begehren auf der einen Seite und einem fremden Willen auf der anderen Seite, welcher nur in selbstsüchtigen Eigeninteressen gründet im Sinne des eigenen Vermögens u.dgl.m.]. Oder das im Übermaß produziert wird, obwohl kein Bedarf da ist. Das etwas entsorgt wird, obwohl anderwärts genug Bedarf dafür bestünde, es aber abträglich dem eigenen Kapitalmarkt im Wege steht.

Alles mit einer anderen Verteilung und einer neuen Bewertung der Güter lösbar! So dass die Produktion auf die Gesellschaft zugeschnitten das erzeugt, was wirklich gebraucht wird. Dass nicht mehrere Produzenten sich unnötig um das Begehren der Kunden mühen, ohne dass es eine Grundlage gibt, das daraus generierte Kapital irgendwo gesellschaftsdienlich einzusetzen.

Allerdings liegt nicht wenig in der Gesellschaft selbst. Wenn weniger Selbstsucht gelebt würde, wäre es fast schon natürlich dass sich so eins oder ein ähnliches Warenaustausch-System bilden würde. Dann hätten alle mehr Zeit, um sich wirklich um Bildung und Aufklärung sowie die eigene als auch die gesellschaftliche Geistige Weiterentwicklung kümmern zu können.

Es liegt in unserer aller Hand, den Glauben zu fördern, dass es möglich ist, in einer anderen Gesellschaft als der heutigen zu leben. Genauso wie unser aller Glaube dazu führt und führte, dass wir in einer Gesellschaft wie der heutigen leben. Wenn man wirklich will und seinen Teil dazu beiträgt, kann sich alles so einstellen, wie es dem Glauben der Mehrheit entspricht, wenn dieser auf anderen Schwerpunkten nur läge als den heute gängigen, dann könnte man sehr schnell die Metamorphose vollzogen haben [die dem anderen/neuen Glauben entspricht und gerecht würde].

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