Der Standort gerade unterhalb des Himmels - KiW 22:E:3 (alle)

Devino M., Montag, 19. März 2018, 23:00 (vor 118 Tagen)

Ein Kurs in Wundern - T 22:E:3

Eine heilige Beziehung geht von einer anderen Voraussetzung aus. Jeder hat nach innen geschaut und keinen Mangel dort gesehen. Da er seine Vollständigkeit annimmt, möchte er sie ausdehnen, indem er sich mit einem anderen verbindet, der ganz ist, wie er selbst. Zwischen diesen Selbsten sieht er keinen Unterschied, denn Unterschiede sind nur vom Körper. Deshalb schaut er auch auf nichts, was er nehmen möchte. Er verleugnet seine eigene Wirklichkeit nicht, weil sie die Wahrheit ist. Er steht gerade unterhalb des Himmels, aber nahe genug, um nicht zur Erde zurückzukehren. Denn diese Beziehung hat die Heiligkeit des Himmels. Wie weit von zu Hause weg kann eine Beziehung sein, die so dem Himmel gleicht?
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Mit Bequemlichkeit lässt sich viel nicht erreichen, denn sie sucht nicht nach Freiheit, sondern entspricht dem Hang sich von den einem genehmen Dingen beherrschen zu lassen. Man überwindet damit keine Hürden, sondern bleibt vor diesen einfach stehen. Möchte man sich nicht von allerlei Formaspekten beherrschen lassen, dann sind es viele Krisen, die man vor sich selbst bereits zu überwinden hat.

Und da setzt der Kurs an, und lehrt, dass es nicht schwer ist, sondern leicht. Warum? Nun, weil es eine Frage dessen ist, ob man seine Identität in den Formaspekten platziert hat oder in den Geist und auf Gottes Sohn (als Seele begriffen). Und hat man vieles, worin viele ihre Identität hineinlegen als bloßen Arbeitsbereich erkannt, dann ist es für den Geist und vom Geist her gesehen nicht mehr schwer. Es ist sogar ein natürlicher Vorgang, wenn man gewisse Hürden überwindet, die dem Geiste selbst nicht natürlich sind und welche ehedem eher zum Konfliktschock führen würden.

So wird irgendwann die Knechtschaft von allerlei Form und Verkörperung nicht nur als absurd erkannt, sondern es gibt weder einen Grund dank entsprechender Einsicht, noch möchte man überhaupt zurück. Zu all dem, was nicht mehr als Erlebnisplatz gilt, sondern als Begrenzungsrahmen für gewisse Arbeiten und Erfahrungen bloß noch zählt. Ja, da ist dann der Standort erreicht der gerade unterhalb des Himmels liegt...

Akte bewusster Wahl - KiW 22:E:2

Devino M., Sonntag, 25. März 2018, 00:32 (vor 113 Tagen) @ Devino M.

Ein Kurs in Wundern - T 22:E:2

Wer braucht die Sünde? Nur die, die einsam und allein sind und ihre Brüder anders sehen als sich selbst. Gerade dieser Unterschied, der zwar gesehen wird, aber nicht wirklich ist, lässt das Bedürfnis nach der Sünde, das nicht wirklich ist, aber gesehen wird, gerechtfertigt erscheinen. Das alles wäre wirklich, wenn die Sünde es wäre. Denn eine unheilige Beziehung fußt auf Unterschieden, bei denen jeder denkt, der andere habe das, was er nicht hat. Sie kommen zusammen, jeder, um sich selber zu vervollständigen und den andern zu bestehlen. Sie bleiben so lange, bis sie denken, es gebe nun nichts mehr zu stehlen, und dann ziehen sie weiter. So wandern sie durch eine Welt von Fremden, die anders sind als sie, leben vielleicht mit ihren Körpern unter einem gemeinsamen Dach, das weder einen noch den anderen schützt, im selben Raum und doch in einer Welt für sich.
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Es kann durchaus verwunderlich sein, was es nun ist, was die Einzelnen miteinander zusammenbringt. Es können oft die oberflächlichsten Dinge sein, die als Anlass genommen werden und zum Maß, um daran allerlei zu knüpfen und daraus gewisse Bedingungen abzuleiten. Dabei kann vieles sein, was sogar Ebenen-übergreifend oder sonst wie weitreichend und vielschichtig gegeben sein kann, dieses jedoch als zu unangenehm und nahegehend erachtet und aufgrund des vielseitig konfrontierenden Charakters als etwas Schlechtes abgetan wird.

Nicht selten gibt es jedoch einfach nur zu wenig Aufklärung, was wodurch entsteht oder womit in Verbindung steht. Gepaart damit, dass zu wenig nachgedacht und reflektiert wird, ist ein Rahmen schnell geschaffen, der nur ähnliche Erfahrungen zulässt, wie man sie von allem erwartet. Denn bleibt man nur beim Vertrauten, kann es genauso gut womöglich bloß von einem gemeinsamen Karma herrühren.

Zwar bringt es auch nicht viel, irgendwo herumzustreunen, ebenso wenig jedenfalls, sich bloß treiben zu lassen und in allerlei Umständen und Gegebenheiten die Erfüllung eines Schicksals zu erwarten. Denn ebenso kann es ein Akt bewusster Wahl sein, welche man nach gewisser Reflektion und erwogenen Gründen trifft. Und bei seiner Entscheidung bleibt, so lange es keine Erkenntnis und Einsicht gibt, die dieser zuwider liefe. Denn ist kein Karma oder höheres Schicksal im Spiel, dann ist beinahe alles ein Akt bewusster Wahl und ohne diesen, geschieht nicht viel von selbst.

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