Aktualisierung von Anschauungen - BG 2:57 (alle)

Devino M., Montag, 24. Juli 2017, 02:14 (vor 210 Tagen)

Bhagavad Gita 2:57

Yogananda:
Wer überall frei von Anhänglichkeit ist, wer sich weder durch gute Erfahrungen freudig erregen noch durch böse beunruhigen lässt, ist fest in der Weisheit verankert.

Prabhupada:
Wer in der materiellen Welt von nichts, was ihm widerfährt - sei es gut oder schlecht -, berührt wird und es weder lobt noch schmäht, ist fest im vollkommenen Wissen verankert.

Reclam:
Wer nicht frohlockt, nicht mürrisch wird,
Ob Glück, ob Unglück ihn befällt,
In allem frei von Leidenschaft,
Der heißt, o Freund, ein Geistesheld.

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An Kindern ist die Unvoreingenommenheit oft faszinierend. Ja auch bei Hund und Katze mag es nicht viel anders sein, meist kümmert sie wenig was gestern war, wenn sie heute sich einer Sache hingeben, was sie in ihrer Aufmerksamkeit fordert.

Eine gemachte Erfahrung, ob gut oder schlecht, entspricht einem Erlebnis, einer Begebenheit u.dgl., und hat meist wieder wenig mit dem zu tuen, was man dann heute vor sich hat. Das Erlernte mag zwar grundsätzlich nützlich sein, die Begebenheit der man begegnet und wie man dieser begegnet, ist noch etwas anderes dann.

Wozu sollte man sich durch die Vergangenheit das Erleben der Gegenwart nehmen oder einschränken lassen? Die Gegenwart kann da meist wenig auch dafür und hatte mit dem, was irgendwann und irgendwo mal war, meist wenig oder nichts zu tuen. Daher verdient diese durchaus unsere uneingeschränkte oder unvoreingenommene Hinwendung.

Letztlich bedeutet es, das Denken zu aktualisieren, oder die damit verknüpften Anschauungen, welche herangezogen werden. Denn nichts anderes wäre es, wenn einer völlig verträumt in der Gegend herumläuft, ohne Notiz von dem zu nehmen, was um denjenigen sich abspielen mag. Meist geht dies nicht lange gut und kann in der einen oder anderen Hinsicht ein Unglück oder Unfall fördern. Sehr viel anders ist es auch nicht, wenn man nicht bei dem ist, was da ist, egal in welcher Weise oder woraus bedingt.

Was wäre wenn die Welt morgen plötzlich eine andere wäre, und überhaupt keiner kriegt es auch nur mit? Da könnte sich die Welt noch so und so wandeln, sie würde leer ausgehen, wenn keiner mit dieser ginge.

Was wäre wenn man anfinge eine andere Welt einfach zu gestalten? Oder wenn man so tut, als hätte sich die Welt verändert? Was wollte einen daran hindern? Letztlich bleibt einem nur, alles aufs neue zu prüfen und die Situation oder Begebenheiten immer wieder erneut zu beurteilen, nachdem, was da ist und nicht was mal war...

Jenseits von Tugend & bedingter Reaktion - BG 2:50

Devino M., Dienstag, 25. Juli 2017, 02:56 (vor 209 Tagen) @ Devino M.

Bhagavad Gita 2:50

Yogananda:
Wer eins mit der kosmischen Weisheit geworden ist, erhebt sich - sogar noch in diesem Leben - über die Wirkungen der Tugend und auch des Lasters. Widme dich deshalb dem Yoga, der göttlichen Vereinigung. Yoga ist die Kunst richtigen Handelns.

Prabhupada:
Jemand, der im hingebungsvollen Dienst tätig ist, befreit sich schon im gegenwärtigen Leben sowohl von guten als auch von schlechten Reaktionen. Deshalb strebe nach yoga, der Kunst des Handelns.

Reclam:
Denn jenseits von Verdienst und Schuld
Steht der, der die Erkenntnis hat,
Drum weihe ernst dem Yoga dich,
Er macht geschickt zu aller Tat.

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Mit der Erfüllung und dem Vollbringen endet vieles. Sei es das bestimmte vorhergesagte Wort, als auch Verrichtungen im Erlangen gewisser Befähigungen oder dauerhafterer Natur, von Einweihungen.

Ist etwas erreicht, so ist man für gewöhnlich fortan nicht mehr daran gebunden oder in Abhängigkeit zu diesem oder jenem. Man erfüllt alles was zur Reaktion oder Bedingtheit daraus oder dazu führt. Daher bedeutet es mehr noch als Tugend (wo man sich bewusst und direkt noch damit auseinander setzt) allein an sich und allgemein.

Es mag wohl im Leben eines Jeden etwas geben, was jeweils für das Allergrößte gehalten wird. Ob es für erreichbar oder als unerreichbar und eine Art ungekröntes Ideal bloß gilt. Denn auch etwas, was in seiner Art spezifisch ist, mag in seiner Eigenheit auch jenes beinhalten, was von nicht gleicher Art, nie erreicht und daher als Vorbild überhaupt ungeeignet zählt.

Und woran lässt sich die bestimmte Befreitheit kenntlich machen? Meist daran, dass sowohl Laster wie auch die gute und positive Gegensätzlichkeit, beide für einen unbedeutend werden. Auch ohne dass man sich vorsätzlich versuchte auf die Seite des einen oder anderen schlagen zu wollen. Sei es dem Vermögen oder Unvermögen, im idealisierenden Wollen oder der Möglichkeiten nach.

Fällt es in die Instinkte und im gewissen Sinne unter die Bewusstseinsschwelle, dann erst ist es meist soweit vollbracht. Denn wer wollte sich gänzlich unbeeindruckt, bewusst aller Dinge gegenwärtig sein? So lässt es sich erträglich finden, ohne auszuweichen, und doch auch ohne davon in irgend einer Weise beeinträchtigt oder eingenommen zu sein.

Oft ist es gar nicht das Erlebnis, was einen beschäftigt, sondern die eigene Reaktion darauf. Und so wird auch das eigentliche Vermögen oder Unvermögen, damit umzugehen, dadurch kenntlich gemacht...

Umgang mit dem Meer - BG 2:67

Devino M., Freitag, 28. Juli 2017, 00:47 (vor 206 Tagen) @ Devino M.

Bhagavad Gita 2:67

Yogananda:
So wie ein Boot auf dem Wasser von einem Sturm abgetrieben wird, so kommt auch die menschliche Unterscheidungskraft vom eingeschlagenen Kurs ab, wenn der Geist den umherschweifenden Sinnen gehorcht.

Prabhupada:
Gleich einem Boot auf dem Wasser, das von einem Sturm weggerissen wird, kann schon einer der ungezügelten Sinne, auf den sich der Geist richtet, die Intelligenz des Menschen forttragen.

Reclam:
Ein Herz, das nur den Sinnen folgt,
Wird fortgerissen, dass es wankt,
So wie ein Schiff auf offenem Meer
In der Gewalt der Stürme schwankt.

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Das Meer ließe sich leicht mit Mehrheit und Masse gleich setzen, gerade allein schon weil doch in breitem Maße Emotionen ja weitgängig und weitläufig dazu gehören. Allerdings gibt es ja auch alles, was alle gemeinsam nutzen und allen ähnlich ist. Wozu selbst ein jeder auch durch seine alltägliche Geschäftigkeit getrieben und was einem jeden der Alltag auf seine Weise abfordert, worin sich allerdings stets eine breite Schnittmenge mit Jedermann sonst widerfindet.

Global gesehen gibt es nur die, die alles so gut es geht pflegen, die die alles nur nutzen möchten, und die, die sich sich irgendwie durchzuwinden versuchen. Wenn man es nun auf die Geschäftigkeit bezieht, die Jedermann gleich oder jedenfalls ähnlich ist.

Ginge man etwas ins Detail, so stellte sich z.B. die Frage, ob es einen feststellbaren Unterschied gibt, ob man nun mit Stift und Papier per Hand etwas schreibt, oder ob man bloß am Laptop in ein Textdokument etwas tippt? Oder noch etwas moderner, wenn man mit Spezialstift auf einem Tablet schreibt.

Auch wie weit es einen Unterschied gibt, wenn man sich in seinen privaten Räumlichkeiten oder in einem Hotelzimmer aufhält. Wann greift etwas kollektives, das was mit anderen (systembezogen) gemeinsam ist und geteilt wird, oder wann es das ist, was man selber gepflegt hat?

Was wohl klar ist, ist, dass immer etwas da ist und greift, in dieser oder jener Weise. Sei es nur, dass alles nebst der äußeren Erschreinung abgeflacht und überwiegend bloß dialektisch vonstatten geht. Wenn einer etwas pflegt, dann können andere sich diesem anschließen, oder für sich was pflegen, oder kollektiv etwas einpflegen ggf. einzahlen.

Bei bestimmten Dingen, um die man nicht herum kommt, weil diese elementar sind, wird man also ebenfalls auf irgend etwas zurück zu greifen haben. So geht man im Meer unter, im Meer auf, oder ist etwas mehr abseits dessen, wenn man es sich leisten kann, i.d.R. weil man einiges dafür leistet bzw. bereits vorgearbeitet und geleistet hat. Das macht das ganze dann entsprechend schwerer oder leichter, für einen und für andere...

Am rechten Ort zur rechten Zeit - KiW 12:2:1

Devino M., Donnerstag, 27. Juli 2017, 01:13 (vor 207 Tagen) @ Devino M.

Ein Kurs in Wundern T 12:2:1

Wunder sind lediglich die Übersetzung der Verleugnung in die Wahrheit. Wenn sich selbst lieben sich selbst heilen heißt, dann lieben sich diejenigen, die krank sind, nicht. Deshalb bitten sie um die Liebe, die sie heilen würde, die sie sich selber aber verweigern. Wenn sie die Wahrheit über sich erkennen würden, dann könnten sie nicht krank sein. So wird es zur Aufgabe des Wunderwirkenden, "die Verleugnung der Wahrheit zu leugnen." Die Kranken müssen sich selbst heilen, denn die Wahrheit ist in ihnen. Doch da sie sie verschleiert haben, muss das Licht in einem andern Geist in den ihren leuchten, weil dieses Licht das ihre ist.
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Die einfachste Lösung ist doch die, alles als bloß Teil einer größeren Illusion zu erkennen. Die zwar zunächst als die größere Wahrheit angesehen wird und doch immer noch bedingt wird, und daher aufgrund der Bedingtheit selbst als Illusion i.d.R. irgendwann abzulegen wird sein, wenn man diese nicht länger benötigt.

Allerdings nur zu sagen, etwas als einen Teil einer größeren Illusion erkennen, ist wohl leicht, wenn das Erkennen keine Herausforderung bloß wäre. So dass es eher nur tröstlich noch sein mag, anzunehmen, dass die meisten Dinge, mit denen man sich heutzutage rumquälen mag, von einem sehr umfassenden Standpunkt gar nicht einmal existent sind. Und somit lediglich als ein paar Phänomene des Raum-Zeit-Kontinuum Bedeutung besitzen.

Ist man jedoch selbst betroffen von einigen Widrigkeiten, helfen einem ein paar Worte selten weiter, selbst wenn sie im günstigsten Falle Wunder bewirken könnten. Ein Geist der die Dinge also in rechtem Licht zu sehen vermag, kann einfach dadurch helfen, dass er bloß die Dinge leugnet, die vom Stand des nicht bedingten Geistes gar nicht existieren.

In der Weise kann jeder jedem sogar eine Hilfe sein. Ein wenig rechter Sinn am rechen Ort und zur passenden Zeit, mehr bräuchte es oft nicht...

Identitätsbedeutungen - KiW 12:2:5

Devino M., Samstag, 29. Juli 2017, 01:43 (vor 205 Tagen) @ Devino M.

Ein Kurs in Wundern - T 12:2:5

Wir wollen keine Alpträume bewahren, denn sie sind keine angemessenen Gaben für Christus, und somit sind sie keine angemessenen Gaben für dich. Nimm die Decken weg und betrachte das, wovor du Angst hast. Nur die Erwartung wird dich in Angst versetzen, denn die Wirklichkeit des Nichts kann nicht beängstigend sein. Lass uns das nicht aufschieben, denn dein Traum des Hasses wird nicht ohne Hilfe von dir weichen, und die Hilfe ist hier. Lerne, ruhig zu sein mitten im Aufruhr, denn die Ruhe ist das Ende der Zwietracht, und das hier ist die Reise in den Frieden. Schau jedes Bild, das auftaucht, um dich aufzuhalten, direkt an, denn das Ziel ist unvermeidlich, weil es ewig ist. Das Ziel der Liebe ist nichts als dein Recht, und es gehört trotz deiner Träume dir.
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Wir können uns nicht vor uns selbst verstecken. So viel kann mit großer Sicherheit gesagt werden. Also bleibt es unvermeidlich, dass wir uns selbst begegnen.

Unter förderlichen Bedingungen mag vieles zwar leichter von der Hand gehen, heißt aber nicht unbedingt, dass es dadurch leichter ist sich selbst anzutreffen und kennen zu lernen. Denn alles was an förderlichen Bedingungen existieren mag, muss ja von irgendwoher erst sein. Wenn es also nicht von einem ist, ist es auch nicht unbedingt besser darum bestellt, sich darin und dadurch selber darin zu erkennen.

All die Schichten, die sich einfinden oder zusammenpappen, von dem, was man nicht pflegt z.B., machen es zunächst nicht leichter. Von allem was zu viel von einer Art ist, führt zur Unausgewogenheit und man verliert damit schonmal die Mitte. Das Gleichtgewicht und Ausgeglichenheit zu erhalten mag dann, beeinträchtigt durch das, was man ja auch nicht unbedingt selbst ist, zur gewissen Frustration oder Verärgerung schonmal beitragen.

Auch da fragt man sich, wie weit soll das, was ja nicht von einem verursacht oder hervorgebracht wurde, schon hilfreich sein? Es ist ja nicht wirklich jene Unausgewogenheit dann das, was einen auszeichnet. Und lässt man sich davon bedingt dazu hinreißen irgendwie tätig zu werden, so mags scheinen, führt es einen ja nur weiter von einem selbst weg, wenn die Quelle nicht in einem also liegt.

Jedoch, wenn man gefordert wird, und sei es durch das Nicht-Selbst, selbst wenn man irgendwo mal die Fassung verliert, ist es doch gerade dieses, was dafür sorgt, dass immer mehr eigener Aspekte eingefordert, angefordert werden. So kommt es dann auch dazu, dass man die Eigenschaften an den Tag legt, von denen man nicht annimmt, dass sie in einem schlummern. Und in der Weise lernt man sich erst richtig umfassend kennen.

So wie man sich zu einer gewissen Nationalität z.B. zugehörig sieht, ist damit auch viel Bedeutung verbunden, wie man die Dinge sieht oder Gegenstände in Vergleich zueinander anordnet. So dass von der Identät her, die Begriffsbedeutung oder eine gewisse Färbung entsteht. Also auch unter umfassender Forderung seiner Eigenschaften und Aspekte, tritt eine entsprechende Identität hervor und so auch das, was allem eine gewisse Bedeutung verleiht. In dieser Weise lernt man sich wohl erst tatsächlich kennen.

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