M.Eckhart: Arbeitszeit (alle)

Devino M., Montag, 28. Dezember 2020, 23:47 (vor 67 Tagen) @ Devino M.

"Alles Gestürme und Unfriede stammt nur aus Eigenwillen, ob man es merke oder nicht."

- Meister Eckhart -
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Glücklich der, der merkt, dass er außer seinem Selbst nichts braucht, um glücklich zu sein. Daraus geht auch das Bemerken dessen hervor, dass alles was man nicht ist, dasjenige ist, was unglücklich macht. Eigentlich kann man sagen, ist es das Streben der Natur in einem, die nicht Teil des eigenen Selbst ist, die unglücklich macht. In dem sie versucht zu sich selbst sich zu kehren, was jedoch kein Teil von einem selbst ist, worin man dadurch dann verkehrt und das Unglück sich vermehrt.

Die Rettung ist nicht außerhalb seiner selbst zu suchen. Auch ist die Lösung nicht innerhalb seiner selbst ausschließlich zu suchen. Man selbst sei Lösung und Rettung. Dann ist Gott nicht außerhalb, sondern das zu sich selbst finden an sich. Denn wie sollte Gott einen haben wollen, außer das man selbst ist? Wozu sollte man sonst sein? Jedoch meint es nicht das Aufleben der selbstsüchtigen Natur in einem, sondern die Abwesenheit dieser.

Man beachte einfach, was man zu einem Teil von sich selbst macht. In dem man es in die eigenen Kreise und Aura aufnimmt oder was man lieber außerhalb lässt. Das gilt grundsätzlich immer und sogar jeder Zeit. Vieles wird subtil angeboten (vielleicht zu ungünstiger Gelegenheit - vor allem das üblerer Natur), es ist eine Frage dessen, was man annimmt oder nicht. In dem man darauf anspringt oder eingeht oder es nicht beachtet. Auch das was innerlich schön erscheinen mag oder vor allem reizvoll, kann sich als Gift herausstellen (alles Übel in Gestalt von Licht). So wie oft das was zunächst mühevoll und unangenehm scheint, das Substrat des Lichts und der Liebe erzeugt und davon zeugt.

Letztlich alles eine Summe dessen, was man in seine Aura aufnimmt und es in liebe schleift, was zur Selbstverwirklichung führt. Alles andere ist immer nur Arbeitsfläche und Arbeitsmittel und Arbeitsselbst. Und die Zeit im Leben? Das ist die eigentliche Arbeitszeit. Und danach zählt ohnehin nur das was bleibt. Alles andere kann in verschiedener Weise sein, muss aber nicht.


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