E.Fromm: Die Motivation (alle)

Devino M., Montag, 14. September 2020, 11:43 (vor 167 Tagen) @ Devino M.

"Ganz allgemein gilt, dass nur der Mensch gierig ist, der unbefriedigt ist. Die Gier ist immer das Ergebnis tiefer Enttäuschung. Ob es um die Gier nach Macht, nach Essen oder etwas anderem geht, die Gier ist immer das Ergebnis einer inneren Leere."

- Erich Fromm -
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Na schön, angenommen ist gibt einen großen Umschwung und es wird der grobe Mangel abgeschafft. Auch mag man sich noch weiter von allem Übel lösen, ist dann alles nur noch gut? Man sollte bedenken, dass kaum einer sehr direkt mit irgend einem Übel zu tun hat, so dass man nur vom indirekten Einfluss und den Folgen mit unter betroffen ist. Laut der Bhagavad Gita gehört die Gier mit zu den größten Übeln. Warum geht also einer zu einem anderen und schadet irgendwo? Obwohl doch keine Böse Absicht unbedingt dahinter zu finden ist?

Es liegt an der Gier schlichtweg. Jemand der Gier als Motivator bei sich hält, der wird womöglich dies vom Kopf her nicht registrieren, aber der Astralkörper wird darauf getrimmt sein, etwas haben zu wollen, was scheinbar fehlen soll. Dabei kann es sich auf alles mögliche beziehen. Auch wird der Kopf desjenigen diese Information nicht zum Ausdruck bringen, doch der Astralkörper wird sich in seiner begehrenden Weise ausdrücken [alle Verkörperung ist Empfänger und Sender gewisser Substanz verschiedener Ebenen und auch in einer gewissen Weise ein Begehren zu existieren]. Also wird einer womöglich vom Kopf her sehr vernünftig scheinen, doch sein innere Begehren wird eine andere Sprache sprechen. So wird das eine scheinbar gut sein in dem einen, dass andere Schlecht (so lange es in Berührung mit dem kommt, was in die Begierde fällt), ohne dass der gesamte Mensch als solches im einzelnen informiert ist.

Und doch aus Sicht Gottes gibt es keinen Mangel. Aus der Sicht Gottes hat sich dann jemand dort platziert, wo ihm scheinbar etwas abgeht, damit er bestrebt ist, seinen Mangel zu decken. Letztlich kann man auch sagen, bräuchte man sich im Mangelbewusstsein nicht platzieren, schon hat man auch kein Begehren, das seinem etwas abgeht. Doch was ist denn die Motivation von allem? Ist es nicht das Begehren letztlich so zu sein und zu werden, wie Gott es ist? Allerdings ist der Unterschied nur der, dass man sich eingereiht hat, im Mangelbewusstsein dann zu leben und zu agieren, was per se wenig Göttlich ist. Also macht man die Erfahrung eines Mangels, aber es gibt vom Gesamten ausgehend, keinen Mangel an sich (oder würde etwas dem Gesamten entzogen und einem gegeben, dann wäre es ein Mangel für alle). Denn Begierde lässt sich nicht befrieden, sie wird längst an etwas anderem heften, sobald eine Sache hinreichend befriedet ist. Letztlich bleibt nur die Erfahrung. Womöglich bleiben dann nur noch die Folgen aus dem, was man im Bestreben der Gier und im Namen der Gier anrichtet.

Als Fazit kann man sagen, ist kein Übel so übel wie in einer frisch zurechtgelegten Polarisation oder in einem Gegensatz dieses scheinen mag. Das Übel versteht sich selbst selten als Übel, sondern verfolgt auch nur die eigenen Interessen, wie es aus seinem Stand her diese erkennt. Alles also was nicht im Sinne des Gesamten handelt, ist korrumpierbar und kann schädlicher Natur sein. Auf der anderen Seite, ist alles durch irgend etwas motiviert, und sei es dem Bestreben sich Gott anzugleichen und dies am meisten dort, wo es sich nicht als Göttlich erkennt. Erkennt man sich mehr als Göttlich, dann erübrigt sich manche Motivation von selbst und eine andere Motivation tritt an die Stelle der Gier. Nämlich nicht den Mangel zu leben, sondern die Fülle zu leben, ist dann die Motivation.


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