I.Kant: Vernunftwesen (alle)

Devino M., Dienstag, 23. Juni 2020, 22:27 (vor 87 Tagen) @ Devino M.

"Vernünftige Bewohner anderer Planeten anzunehmen, ist eine Sache der Meinung; denn, wenn wir diesen näher kommen könnten, welches an sich möglich ist, würden wir, ob sie sind, oder nicht sind, durch Erfahrung ausmachen; aber wir werden ihnen niemals so nahe kommen, und so bleibt es beim Meinen. Allein meinen; dass es reine, ohne Körper denkende, Geister im materiellen Univers gebe (wenn man nämlich gewisse dafür ausgegebene wirkliche Erscheinungen, wie billig, von der Hand weiset), heißt dichten, und ist gar keine Sache der Meinung, sondern eine bloße Idee, welche übrigbleibt, wenn man von einem denkenden Wesen alles Materielle wegnimmt und ihm doch das Denken übriglässt. Ob aber alsdann das letztere (welches wir nur am Menschen, d.i. in Verbindung mit einem Körper, kennen) übrigbleibe, können wir nicht ausmachen. Ein solches Ding ist ein vernünfteltes Wesen, kein Vernunftwesen; von welchem letzteren es doch möglich ist, die objektive Realität seines Begriffs, wenigstens für den praktischen Gebrauch der Vernunft, hinreichend darzutun, weil dieser, der seine eigentümliche und apodiktisch gewissen Prinzipien a priori hat, ihn sogar erheischt (postuliert)."

- Immanuel Kant - Kritik der Urteilskraft §91 -
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Der Unglaube, selbst anderen seiner Spezies entgegen, oder selbst auch vom Stand heutigen Technik aus, woraus es hinreichend Belege gibt, ändert nichts am Massenglaube. Welchem viele sich weniger noch entziehen können. Und dadurch, nebst mancher Konditionierung, ist das der wesentliche Hintergrund, welcher das was ist und das was nicht ist, aus manch Hinsicht verdunkelt, vermischt und dies auch an mancher Stelle vorsätzlich.

Auf der anderen Seite ist es eine Frage dessen, wie weit der Einzelne womit tatsächlich in Berührung kommt. So dass für die meisten verständlicher Weise das zunächst etwas zählt, was sie fassen können oder womit sie regelmäßig zu tun haben (wozu selbstverständlich der grundsätzliche Alltag und die Alltagspflege täglich dazu gehört). Auch wenn nicht notwendig etwas da ist, was den Einzelnen von etwas abhält, nur ein jeder sich selbst zunächst in wahrscheinlich einer sehr sehr gewohnten Weise. Ab der Vernunft schon, sind selbst dieser ja keine Grenzen gesetzt und jedenfalls anderen Natur und Gesetzen nach ausgerichtet. Und so ist es mindestens vorstellbar, dass wohl einiges mehr noch ist, und die Vernunft die Anmaßung schnell entbehren lässt, dass man meinte die Realität von etwas außerhalb seiner Selbst bestimmen zu können (wenn man doch schon die eigene kaum für gewöhnlich überschauen oder beurteilen kann).

Die Evolution aller Spezies enthält alles, zwischen Himmel (reine transzendente Seele) und Hölle (allerlei leidende Verkörperung, die nicht im Einklang mit der eigenen Seele ist) - mindestens das sollte man um sich selbst willen so glauben [um die eigene Einsicht von Grund aus nicht zu begrenzen. Und darüber hinaus entwickelt sich überall, wo es irgend passende Bedingungen allerlei Art von Leben.Wenn man die Galaxie sich anschaut, wäre es selbstredend anmaßend, anzunehmen, es gäbe bloß die Menschheit. Logisch, dass man da also nur die eigene Beschränktheit bloß betrachten muss. Und das ist eine postulierte Realität. Die ganze Menschheit und zusätzlich befindet sich jeder, bis zu einem gewissen Grad in einer postuliert Realität, ansonsten würde man jederzeit in allem die Dinge so schauen, wie sie sind. Allerdings sollte man die Kraft wohl zunächst aufbringen können, auch unabhängig von all diesem bestehen und dieses handhaben zu können.

Grundsätzlich ist man so, wie man es gewohnt ist, ist es anders, dann ist auch zunächst die Frage, wer man ist und ob man man selbst ist, naheliegend. Bevor man etwas tut, was einem gar nicht entspricht und etwas einpflegt, was einem nicht entspricht. Gut, selbstredend ist es ja bei Wunschtriebigkeit ohnehin ja so, dass man dann nicht man selbst ist, nebst noch einigem anderen. Und wenn man nicht für das Allgemeinwohl oder für die Seele und das Geistige wohlwollend unterwegs ist, für wen und was dann?


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