Meister Eckhart: Einbezogenheit nach der Weise Gottes (alle)

Devino M., Donnerstag, 07. Mai 2020, 22:38 (vor 64 Tagen) @ Devino M.

"Der Mensch ist ein kleines Ding, wenn er sich nicht über sich selbst und alle Dinge zu erheben vermag."

- Meister Eckhart -
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Der Mensch macht sich in Ansehung der Dinge und im Verhältnis und Verständnis klein. Im Grunde genommen ist es sogar Egoismus. Die Ursache liegt darin, alles so anzusehen, wie es für einen etwas bedeutet, sprich alles immer mit Eigeninteresse anzusehen und davon ausgehend zu agieren. Statt immer wieder vom größeren Zusammenhang auszugehen. Das Minimum ist es, nicht alles bloß als Mittel zu nehmen und zu sehen, wie es der gute Kant schon lehrte, sondern auch als Zweck an sich. Wenn das Eigeninteresse ausgeräumt wird, wo es nicht sein braucht, eröffnet sich erst so mancher Zusammenhang.

Es geht also nicht darum etwas zu erniedrigen, um sich so höher zu wähnen. Damit ist man im größeren Zusammenhang immer noch genauso dran. Vielmehr geht es darum den Blick von sich selber so umzulenken, dass man sich fragt: was man gerade für etwas oder jemanden bedeutet oder abbildet, und nicht was es für einen selber bedeutet. Ein Eingeweihter zeichnet sich dadurch aus, dass es sein natürlicher Blickwinkel ist. Alles nicht so anzusehen, wie und was es für einen ist oder einem gar bringen soll, sondern so, wie und was man selber wofür bedeutet. Natürlich nicht davon ausgehend, sich lieb und beliebt zu machen, oder wie man sich darstellt, viel mehr hat es mit äußerem Darstellen nichts zu tun, sondern mehr die Subjektive Welt einbeziehen.

In dem man also seinen Blickwinkel von seinem kleinen Ich auf das größere Ganze wendet und von diesem anfängt mit allem zu arbeiten, in der Weise macht man sich groß und erhebt sich darüber. In dem man alles zu einem Teil von sich selbst macht und für alles wo man kann, die Verantwortung auf sich nimmt und so daran geht, als wäre alles ein Teil von einem. Das ist im Grunde genommen, das Einbeziehungsprinzip Gottes, wenn man so will. Denn wie könnte Gott, Gott von etwas sein, wenn Er es nicht als Teil von sich sieht und sich selbst nicht als die Ursache davon? Selbst wenn es indirekt durch seine Schöpfung mit ins Spiel gebracht und ins Rollen kommt.


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