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Felix, Freitag, 22. November 2019, 12:17 (vor 21 Tagen) @ Felix

"Einer Bekannten war schon vor einigen Jahren die Prognose ihres Todes gestellt worden und sie erzählte, dass sie eine Weile durch die Höhen und Tiefen dieser verschiedenen Stadien gegangen war, bevor sie eine Weiträumigkeit in sich entdeckte und ihr klar wurde, dass sie nichts von innerem Wert verlieren könnte. Ihre Offenheit ließ alte Blockaden verschwinden.

Die Depression war kein Feind mehr, sondern die logische Folge alter Verklammerungen. Zunehmend öffnete sie sich der Unkontrollierbarkeit der Dinge. Sie erlebte eine neue Freiheit und Weiträumigkeit, die ihr bislang völlig unbekannt war. Sie sagte, dass diese zunehmende Bejahung des Lebens für sie sogar noch wichtiger geworden sei als das Akzeptieren des Todes.

Während der nächsten, in dieser Offenheit verbrachten Monate gingen ihre Krankheitserscheinungen fast völlig zurück. Sie vermutete, dass es ihre Offenheit für den Tod gewesen sei, die ihr Leben wieder ins Gleichgewicht gebracht hatte. In ihrer Rückschau auf die Jahre, in denen man sie als Todgeweihte betrachtet hatte, sagte sie jedoch: "Ich bin niemals so lebendig gewesen wie zu der Zeit, als ich am Sterben war." (Stephen Levine)


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