Grundlagen einer Zivilisation - Le Bon (alle)

Devino M., Sonntag, 24. März 2019, 17:41 (vor 175 Tagen) @ Devino M.

Psychologie der Massen - Gustave Le Bon
3.B.5.K. Die Parlamentsversammlungen

Nun kann eine neue Kultur mit ihren Einrichtungen, Glaubensformen und Künsten entstehen. Von ihrem Wunschtraum fortgerissen, wird die Rasse nach und nach alles gewinnen, was Glanz, Kraft, Größe verleiht. Zuweilen wird sie zweifellos Masse sein, aber hinter den beweglichen und wechselnden Eigenschaften der Masse wird das feste Gefüge, die Rassenseele, stehen, welche die Schwingungsweite eines Volkes genau bestimmt und den Zufall regelt.

Nach Vollendung ihrer schöpferischen Wirkung aber beginnt die Zeit jenes Zerstörungswerk, dem weder Götter noch Menschen entgehen. Ist die Kultur auf einer gewissen Höhe der Macht und Mannigfaltigkeit angelangt, so hört sie auf zu wachsen, und sobald sie zu wachsen aufhört, ist sie zu raschem Niedergang bestimmt. Bald schlägt die Stunde des Alters.

Diese unentrinnbare Stunde ist stets durch das Verblassen des Ideals gekennzeichnet, das die Rassenseele erhob. In dem Maße, als dieses Ideal abstirbt, beginnen alle von ihm geschaffenen religiösen, politischen und gesellschaftlichen Gebildet zu wanken. Mit dem fortschreitenden Schwinden ihres Ideals verliert die Rasse mehr und mehr alles, was ihren Zusammenhalt, ihre Einheit und Stärke bildete. Der einzelne kann an Persönlichkeit und Verstand wachsen, gleichzeitig tritt aber an die Stelle des Gemeinschaftsegoismus der Rasse die übermäßige Entfaltung des Einzelegoismus, die von einer Schwächung des Charakters und einer Verringerung der Tatkraft begleitet wird. Was ein Volk, eine Einheit, einen Block bildete, wird zuletzt ein Haufen zusammenhangloser einzelner, die nur noch künstlich durch Überlieferungen und Einrichtungen zusammengehalten werden. Dann geschieht es, dass die Menschen, die durch ihre Neigungen und Ansprüche voneinander getrennt sind, sich nicht mehr regieren können und danach verlangen, in den unbedeutendsten Handlungen geführt zu werden, und dass der Staat seinen verzehrenden Einfluss ausübt.
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Die zaghaften Versuche der jüngeren Generationen, sich als eine globale Menschheit zu sehen, ersticken nicht nur im Keim der noch alten bröckelnden Strukturen. Auch fehlt tatsächlich wohl das Ideal, eine bestimmte Vision die alle vereint.

Zu viel wird noch mit oberflächlicher medialer Betörung rumgemacht. Zwar ist es ein Mittel um die Massen in einem äußeren Sinne zu verbinden, doch fehlt immer noch der innere Zusammenhalt.

Zuerst die Masse, dann die Rasse, und schließlich das Gattungswesen als Mensch und das Menschliche Einheitsempfinden einer gesamten Zivilgesellschaft.


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