Die Wählermasse - Le Bon (alle)

Devino M., Freitag, 22. März 2019, 00:23 (vor 33 Tagen) @ Devino M.

Psychologie der Massen - Gustave Le Bon
3.B.4.K. Die Wählermassen

Darf man nun annehmen, die Abstimmungen der Massen würden durch die Beschränkung des Stimmrechts auf die Fähigen - wenn man will - eine Besserung erfahren? Ich kann es keinen Augenblick annehmen, und zwar aus Gründen, die ich oben bereits angeführt habe und die in der geistigen Bedeutungslosigkeit aller Gesamtheiten liegen, wie sie auch immer zusammengesetzt sein mögen. Ich wiederhole: in der Masse gleichen sich die Menschen stets einander an, und die Abstimmung von vierzig Akademikern über allgemeine Fragen gilt nicht mehr als die von vierzig Wasserträgern.
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Alle zu einer Masse vereinten können nur die Eigentümlichkeiten der Masse zum Ausdruck bringen. Denn alles andere befindet sich außerhalb der Wahlmöglichkeiten und bilden keinen Teil der Massenbewegung. Die Intelligenz des Einzelnen fällt also lose aus der Masse heraus.

Derjenige welcher von einer Ausrichtung der Masse eingenommen ist, wird stets auch annehmen die Art der Kraft zu beherrschen. Würde er erkennen, dass es andersherum ist, würde er wohl von sich aus lose aus der Masse schlüpfen. Zur Masse irgendeiner Art vereint sucht also nicht der Einzelne sich die Art von Kraft aus der er gehorcht, sondern die bestimmte Kraft sucht sich den Nächstempfänglichsten aus, durch welchen sie sich ausdrückt.

Die Wählermasse ist lediglich einmal die Summe des gleichartigen Kraftstroms. Die Gegensätzlichkeit ist in irgendeiner Weise eine ungleichmäßige Verteilung des Kraftstroms. Die Wählermasse ist daher die Abgabe des Stimmrechts. Nicht weil sie eine Stimme verleiht, sondern weil sie ihre eigene Stimme der Masse opfert, um dann ohne eigene Stimme dazustehen.


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