Allgemeinwohl - de tranquillitate animi (alle)

Devino M., Mittwoch, 13. März 2019, 11:22 (vor 13 Tagen)

Von der Seelenruhe/Gemütsruhe [de tranquillitate Animi] - Seneca

"Wie lange noch immer wieder dasselbe?" Du fragst mich, wie diesem Lebensüberdruss abzuhelfen ist. Am besten wäre, wie Athenodoros es sagt, sich aktiv zu betätigen und sich der Politik und sozialen Aufgaben zuzuwenden...
Denn wenn man sich zum Ziel gesetzt hat, seinen Mitbürgern und Mitmenschen zu nützen, ist es das beste Mittel, sich zu üben und zugleich zu vervollkommnen, wenn man sich engagiert seinen Pflichten widmet und sich so, gemäß seiner Fähigkeiten, für das allgemeine und persönliche Wohl einsetzt.

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Alles womit man sich befasst und sich damit ausgiebiger auseinandersetzt [und es gibt keinen der sich nicht quasi jederzeit mit etwas befasste], zu diesem macht man sich und wird man bis zu einem gewissen Grad. Denn so wie man in den bestimmten Dingen aufgeht, so geht man in diese ein und diese werden zu einem Teil von einem selbst.

Der relativ gebildete Bürger befasst sich durchaus mit vielen Dingen, die ihn persönlich nicht direkt betreffen, oder ihm irgend etwas eigenbezogen nutzen. Was durchaus zu einer halbwegs altruistischen Einstellung führen kann. Es ist also durchaus leicht möglich, sich in einem sehr allgemeinen Sinne mit vielen Dinge zu befassen, ohne nennenswerte Eigeninteressen damit zu verfolgen.

Und je mehr man sich verschiedenen Dingen widmet, desto weniger ist auch alles dasselbe. Es ist dann eher die Zeit, die einem nicht verstatet, sich ausgiebiger vielem zu widmen, als man es gerne täte. Unmerklich verändert man sich ja so auch immer wieder etwas, so dass auch dadurch die entsprechenden Dinge nicht mehr dieselben sind und man immer wieder zu verschiedenen Sichtweisen übergeht. Man lernt sich eigentlich erst selbst umfassendere kennen, wenn man sich im Sinne des Allgemeinwohls betätigt und nützlich macht.


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