Begnung mit den Massen - de vita beata (alle)

Devino M., Sonntag, 17. Februar 2019, 14:41 (vor 37 Tagen)

De vita beata 1.3 - Seneca

Doch nichts verwickelt uns in größere Unannehmlichkeiten, als wenn wir uns nach dem Gerede richten, in der Meinung, das Beste sei das, was auf allgemeine Zustimmung stößt,... und wenn wir uns in unserem Leben nicht von der Vernunft, sondern von dem Wunsch nach Anpassung leiten lassen... An den Beispielen anderer gehen wir zugrunde. Wir finden aber Heilung, sofern wir nur der Masse den Rücken kehren.
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Eine kleine Seele, sieht sich durch alle Arten von Massen gestärkt. Eine große Seele kommt sich eher bedrängt und beschränkt durch Massen aller Art vor. Jedenfalls kommt man früher oder später nicht daran vorbei, sich irgendwelchen Massen zu stellen, da man auch nicht daran vorbei kommt, die Dinge zu nutzen, wie sie von und durch alle oder die bestimmten Massen genutzt werden.

Die Massen in dem Zusammenhang sind eigentlich weder gut noch schlecht. Es sind irgendwelche Arten von Ansammlung, teils allein durch die Nutzung der selben Dinge in gleicher Weise zusammengeführt. Den einen bringen sie also voran, den anderen werfen sie zurück.

Wesentlich ist wohl nur, sich innerhalb der Massen nicht allzu sehr zu bequemen. Denn die Gefahr darin ist, dass das für die Wahrheit angesehen wird, was von der Masse angenommen wird und die Dinge für unwahr gehalten werden, die von der Masse abgelehnt sind. Damit wird man zum Anbeter der Mittelmäßigkeit, wie sie von den Massen verehrt wird. Denn die ersten Stufen der Anbetung liegen in den Dingen, die einem am Herzen liegen. Und Atheismus ist die ausgeprägte Form der Anbetung von Mittelmäßigkeit, und das einzig gute ist wohl, dass die Wahrscheinlichkeit von Fanatismus kaum gegeben ist [aufgrund der Mittelmäßigkeit].


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