Weisungen der Götter - De providentia (alle)

Devino M., Sonntag, 03. Februar 2019, 20:05 (vor 163 Tagen) @ Devino M.

Seneca - De providentia [Die Vorsehung] 4.7

Diejenigen also, welche die Gottheit schätzt, die sie liebt, prüft und trainiert sie; die jedoch, die sie scheinbar nachsichtig behandelt und schont, spart sie als Weichlinge für kommendes Unglück auf. Ihr irrt euch nämlich, wenn ihr jemanden als Ausnahme betrachtet: Auch einer, der lange glücklich war, wird sein Teil abbekommen. Wer, wie es scheint, verschont geblieben ist, hat nur Aufschub erhalten.

Warum schickt der Gott gerade dem Besten Krankheit, Trauer und anderes Leid? Weil auch im Feldlager die gefährlichen Unternehmungen den Tapfersten befohlen werden: Der General entsendet seine Elite, welche die Feinde in einem nächtlichen Hinterhalt angreifen, den Weg erkunden oder einen Ort entsetzen soll. Keiner von denen, die auf solche Expeditionen gehen, sagt: "Der Feldherr hat mich schlecht behandelt", sondern: "Er hat mich richtig eingeschätzt." Ebenso mögen diejenigen sagen, die etwas erleiden müssen, worüber Angsthasen und Feiglinge jammern: "Offenbar hielt uns die Gottheit für würdig, an uns zu überprüfen, wieviel die menschliche Natur aushalten kann."
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So manches ist wohl leichter gesagt als getan. Doch heißt es auch sinngemäß in der Bibel, dass Gott einen Menschen nicht über sein vermögen hinaus Prüfungen aussetzen lässt. Oder auch dass mit einer jeden Prüfung, auch die Möglichkeit diese zu lösen beigegeben ist.

Von dem ausgehend, dass einer von Gott oder einer bestimmten Gottheit als sein Eigen auserkoren wird, ist wohl anzunehmen, dass damit durchaus auch gewisse Prüfungen einher gehen werden. Oder allein schon dass die Gottheit den Menschen dazu nutzen wird, um bestimmte Dinge auf der menschlichen Ebene zu erledigen. So wird jeweiliges wohl nicht ganz eindruckslos sein. Auch wenn man in vielen Fällen gar nicht so genau wissen wird, wer man ist, oder was gerade los ist. Und das Umfeld braucht es auch gar nicht erst zu wissen.

Wichtig ist wohl, dass man grade stehen kann dafür, und seinen Teil erfüllt, welcher einem zuteil wird. Es geht nicht um die unmöglichen Dinge, sprich die Dinge, die man gar nicht vollbringen kann. Allerdings wenn man in dem Moment seinen Teil unterlässt, dann braucht man sich wohl nicht zu wundern, wenn manches mit voller härte einem irgendwo wieder begegnet.


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