A.Schopenhauer: Rechtgesinntheit (alle)

Devino M., Dienstag, 29. Januar 2019, 12:21 (vor 19 Tagen) @ Devino M.

"Es ist wirklich unglaublich, wie nichtssagend und bedeutungsleer, von außen gesehen, und wie dumpf und besinnungslos, von innen empfunden, das Leben der allermeisten Menschen dahinfließt. Es ist ein mattes Sehnen und Quälen, ein träumerisches Taumeln durch die vier Lebensalter hindurch zum Tode, unter Begleitung einer Reihe trivialer Gedanken."

- Arthur Schopenhauer -
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Wirft man der gesamten Menschheit etwas vor, sollte man sich zunächst der Sachlage bewusst sein, dass man mindestens 2 Milliarden Menschen der unterschiedlichsten Nationen und der unterschiedlichsten Gesinnung so wie verschiedenster Gesellschaftsstellung meint. Sofern es nicht die grundsätzliche Dinge sind, wie schlafen, essen, trinken und aufs Klo gehen, ist die Wahrscheinlichkeit also, dass das Gesagte zutrifft 1:2.000.000.000, hinsichtlich dem, dass dies alle und nicht doch überwiegend denjenigen selber betrifft, welcher in der Weise meint die Menschheit insgesamt anzusprechen. Ist an sich sehr banal und evident, und für jeden Jünger allemal eine Sache, die er sich selbst erklären kann.

Also ist es in fast allen Fällen aufgrund der Sachlage bereits unwahr. Entweder wird das Gesagte also nicht dem Gemeinten entsprechen und einer Lüge gleichen, oder derjenige verleugnet sein Selbst [als Selbst, weil er meint das Dinge mit ihm nichts zu tun hätten, die ihm innerlich zukommen und sich erschließen] oder sich selbst als Mensch [weil er meint, er müsse sich, die Menschheit meinend, nicht einbeziehen].

Was man jedoch sagen kann [und dies wird in dem oberen Zitat auch so als kleiner feiner Unterschied berücksichtigt], ist, dass z.B. viele Menschen voreinander, etwas zu sein vorgeben, was sie allein für sich, nicht einhalten. Auch ist bei manchen untereinander eine Gesinnungsgleichheit da oder nicht, so dass sie miteinander mehr oder weniger anfangen können.

Jedoch wenn man das so nimmt, dass viele eben nicht das wirklich für sich einhalten [was sie womöglich in der Gesellschaft aus einem gesellschaftlichem Zwange sogar tatsächlich zunächst oberflächlich einhalten], und so würde man auf sie zugehen, und ihnen das zugestehen, was sie vorgeben zu sein, dann ist ebenfalls keine Beziehung möglich mit ihnen. Dies liegt darin, dass sie entweder selbst erkennen müssen, dass sie das so nicht aufrechterhalten können und die Distanz von sich aus wahren werden. Oder es ist so, dass sie dies dann verwirklichen müssten und es für gewöhnlich auch nicht können werden (und die Beziehung dann vorneweg bereits belastet ist und teils zu unangenehmen Nebenwirkungen führen wird). D.h. allerdings, man baut eine Beziehung wohin und zu wem dann auf, wenn es so nicht vorhanden ist? Also kann man nur mit dem Ehrlichen eine Beziehung aufbauen. Und dies können einige besser, als viele andere.


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