Aus dem Buch "Krankheits Bilder" (alle)

Sidartha, Mittwoch, 23. Januar 2019, 17:33 (vor 174 Tagen)

"Der Mensch ist eine Chimäre, ein Ungeheuer, zusammengefügt aus einer kaum feststellbaren Anzahl von Widersprüchen. Er ist eher ein Monstrum als ein vernünftiges Wesen, und es ist erstaunlich, mit wieviel Kunst es die Natur verstanden hat, diese Tatsache zu verschleiern, so daß er uns vertrauter erscheint als ein bizzarer Marsianer."

Aus dem Buch Krankheits- Bilder- Elemente einer archetypischen Medizin, von Alfred J. Ziegler

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Das Buch ist keines Wegs ein Nietzsche, ein Verleumder jeder Gottheit, es ist nicht ganz ernst gemeint auf ein gewisses naives Gut-Menschentum-Menschenbild gemünzt, gerade unserer Zeit, und gleichzeitig hält es die Front gegen die Schulmedizin.
Es sagt gewisser maßen, ihr müßt lesen was da steht in euren Religions Büchern und Mythologien, zum einen sind Tod und Teufel, Krankheit und Schmerz etwas von Gott gegebenes das man nicht einfach mit der Schulmedizin "wegmachen" kann. Zum anderen geht es vielleicht gar nicht ums machen, sondern ums schauen, was ist das? Krankheit? Und wie tief ist der Abgrund? Hat dies nicht auch alles seine Ästhetik? Verschwinden die Dinge nicht gerade indem man sie betrachtet? Ist es nicht die Würde Gottes selbst das Vollkommene im Unvollkommenen zu sehen, und gerade die Vollkommenheit der Unvollkommenheit!?

Aber nicht intelektuell sonder ein Empfangen. Ja wenn ein Herr Melchizedek Satz zutrifft auf dieses Buch dann ist es, "Veränderung wird durch Empfangen inspiriert." Denn es schreibt von Moralischer Krankheit und Physischer Krankheit, und dass die Moralische Krankheit der Physischen vorrausgeht und sich schon weit früher zeigt als es die Physische Krankheit dann tut. Denn das ist das Hauptthema des Buches. An der Stelle kann man aber auch anmerken, dass Aufgabe des Arztes ist genau diese Tatsache zu wenden, von vornherein allen Patienten moralische Krankheit anzudichten die sie dann auch physisch krank gemacht hat ist ja gerade gang und gebe. Ein Kurs in Wundern Satz: "Ein Wunder stellt die Rechtsgesinntheit wieder her." Einen anderen Heilungsweg gibt es nicht. Wenn man da nicht anfängt, dann geht man dem "wertvollem Schatz" der in der Gesundheit und der Krankheit liegt verlustig. Sowohl Patient als auch Arzt. Und jeder nach seinem eigenen vorgehen. Der Mensch ist nicht dieser Körper, es gibt nichts dümmeres als sich mit dem Körper zu identifizieren, die Krankheit besteht erst einmal darin, körperliche gebrechen sind zweitrangig, Man redet auch mit der Seele, und die hat keine Schizophrenie oder andere Seelische Krankheiten (so ein Quatsch) also sowas geht auch nicht. Man muss sich erst einmal selber mitrechnen, und vielleicht sogar aufhören zu schaden bevor man helfen will.

Man kann in einer weise von der Trefflichkeit des Menschen reden und in einer anderen von seiner Untrefflichkeit.
Wenn Konfuzius sagt der "Mensch ist gut", dann ist das nicht im Widerspruch was in diesem Buch steht. Und was in diesem Buch steht ist nicht im Widerspruch zu Konfuzius. Und doch schließen die beiden Ansichten sich im Moment aus, gestern fand er ihre Haare noch so seidig, heute ekelt er sich wenn ihre Haare in seiner Suppe sind.

Dieser Mensch von dem oben die Rede ist, ist gewissermaßen nicht gesellschaftstauglich, aber das ist auch gar nicht sein Ort. Er ist das Bild von der nichtvorhandenen Gesellschaft, der Tiefstand, das Symbol, nicht der positive pol, der negative pol.
Gleichzeitig scheint dieser Mensch von dem oben die Rede ist Ewigkeitstauglich zu sein, denn genau das ist er, und gewissermaßen ist das auch ein Transzendenter Ort der da beschrieben wird, der immer wieder gefüllt wird, wie das Meer aufs neue Zulauf bekommt und immer im gleichen zustand verbleibt.

Im Koran steht, der Teufel hat euch die Welt ausgeputzt. Gewisser Weise spricht das Buch dem Menschen seine Unvollkommenheit wieder zu und befreit ihn von der Vollkommenheit und dem Zuspruch der Vollkommenheit mit der er sich nie ganz wohl gefühlt hat, nicht das der Mensch sich wohl fühlt wenn er beschimpft wird, oder dass er die Unvollkommenheit liebt. Der Mensch ist abstrakt, im Abstrakten sind Chimären, Unvernunft, und Widersprüche nicht erschreckend sondern das was sie sind, ein Fremder kann damit vielleicht nicht umgehen, aber man kennt sich aus in seinem eigenen Chaos und fühlt sich wohl, vor einem anderen ist das etwas anderes. Im Abstrakten ist es so wie in einer Fabrik, das muss nicht schön sein nach außen, sondern funktional, vielleicht ist auch das was Nietzsche meinte als er sagte, du brauchst noch ein wenig Chaos in dir um einen Stern zu gebären.


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