Veräußerung der Kraft und ihre Äußerung - Kap (alle)

Devino M., Sonntag, 20. Januar 2019, 16:30 (vor 177 Tagen) @ Devino M.

Das Kapital - Karl Marx
1. Buch 4. Kapitel - Die Verwandlung von Geld in Kapital
3. Kauf und Verkauf der Arbeitskraft

Die Veräußerung der Kraft und ihre wirkliche Äußerung, d.h. ihr Dasein als Gebrauchswert, fallen daher der Zeit nach auseinander. Bei solchen Waren aber, wo die formelle Veräußerung des Gebrauchswerts durch den Verkauf und seine wirkliche Überlassung an den Käufer der Zeit nach auseinanderfallen, funktioniert das Geld des Käufers meist als Zahlungsmittel. In allen Ländern kapitalistischer Produktionsweise wird die Arbeitskraft erst gezahlt, nachdem sie bereits während des im Kaufkontrakt festgesetzten Termins funktioniert hat, z.B. am Ende jeder Woche. Überall schießt daher der Arbeiter dem Kapitalisten den Gebrauchswert der Arbeitskraft vor; er lässt sie vom Käufer konsumieren, bevor er ihren Preis bezahlt erhält, überall kreditiert daher der Arbeiter dem Kapitalisten.
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Wobei besser so, als andersherum. Denn immerhin kann der Arbeitnehmer dadurch guten Gewissens ans Werk gehen, weil er psychologisch im eigentlichen Sinne also nicht in einer Bringschuld steht. Denn seinen Lohn für die erbrachte Leistung bekommt er erst hinterher. Und so ist das, was er leistet, auf dem Vorwege.

Eine größere psychologische Freiheit wäre durch das Bedingungslose Grundeinkommen möglich. Worin der Mensch in der Gesellschaft zunächst anerkannt wird, als ein Teilnehmer, noch ehe ihm etwas abverlangt wird. Und sein Wert ist nicht auf Vorwege nach dem bemessen, was er imstand sein könnte zu leisten. Auch braucht er nicht erst einen Frieden darin suchen, indem er zunächst sicherstellt seine Arbeitskraft verkauft [oder dieses in einem Plan bereits beschlossen] zu haben.

Wirkliche Freiheit kann es also geben, sobald beschlossen wird, dass diese allen zusteht. Und nicht bloß den besonders Privilegierten, die diese dadurch sicherstellen, dass sie letztlich doch ihren Willen an die jeweils bedingten Dinge heften. Allerdings auch durch ein Kapital auf ihrer Seite welches aus einer gesellschaftlichen Vornehmlichkeit entstanden oder durch diese abgesichert wird. Allerdings ist man dann der Gesellschaft gegenüber im Kredit, ähnlich wie der Kapitalist dem Arbeitnehmer. Ob man es nun wahrhaben will oder nicht. Wären die gesellschaftlichen Verhältnisse intakt, dann wäre dieses Bewusstsein dafür ein Instinkt.


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