J.W.v.Goethe: Worauf das Augenmerk gerichtet... (alle)

Devino M., Dienstag, 30. Oktober 2018, 09:38 (vor 17 Tagen) @ Devino M.

"Wer sich nicht selbst befiehlt, bleibt immer Knecht."

- Johann Wolfgang von Geothe -
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Was der werte Herr von Goethe in dem Fall meint, ist eine Willensformulierung, die jeder für sich vorzunehmen hat, da man andernfalls allerlei folgt und befolgt, was sich im Willen einfindet. Ohne dass man sich dessen gewahrt und ohne dass man Herr dessen ist, was man daraufhin daher dadurch zu tun geneigt ist.

Der Wille ist in etwa das, was man als Grundstimmung in der man sich bewegt und was als Grundton auf den man hört, aufgefasst werden kann. Auch die Affekte werden ja dadurch ausgelöst, dass etwas vom Willen affiziert wird, weil sich ähnliches in diesem vorfindet oder bereits vorhanden ist, was meist aber ja nicht der eigene Wille ist, da man es ja freiwillig und nicht aus dem Affekt heraus dann täte [und so eine gewisse Willenswahl noch vorhanden wäre]. Überhaupt, wenn man nur reagiert oder sogar gar nicht anders kann als in einer bestimmten Weise zu reagieren, ist auch das, was sich im Willen bereits befindet, nicht immer jedenfalls wirklich der eigene Wille.

Daher ist es nicht verkehrt, immer wieder auch mal inne zu halten, so sehr man meint, dass man es selber ist und es eigener Wille sei [und oft ist mans gerade dann nicht, weil man sonst die Freiheit hätte, dies auch anders zu gestalten]. Und so sehr dann das Wollen (d.h. Begehren) einen bei freier Willensentscheidung gar nicht nötigt oder vordergründig vorherrscht, so kann man gerade bei freiem und eigenem Willen immer noch anhalten und prüfen, ob man etwas so ausführt oder nicht, und in welcher Weise man es tut. Und sollte man doch merken, dass es irgendwie nicht das ist, wohin man steuern wollte, auch dann sollte man sich nicht verrückt machen, sondern Schrittweise Änderungen vornehmen und etwas angemesseneres anstreben.

Im Willen landet bereits das, worauf man verstärkt [nicht bloß in registrierender Weise] sein Augenmerk richtet. Auch ist das, worauf man sein Augenmerk richtet, durch die Aufmerksamkeit [und oder dem einen oder anderen Gedanken] das, wo man Energie zuführt und was man verstärkt. Denn es landet in der Weise ja im eigenen Willen und wird daher durch eigenen Willen zunächst bestärkt. Deswegen sollte man ja auch nicht so viel Augenmerk auf das Schlechte richten, sondern besser etwas positives und Gutes bezeugen oder hervorheben, und das andere ggf. nur zur Kenntnis nehmen (ohne es zu verleugnen oder sich selber etwas vorzumachen usw.).


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