Synthesis - LU (alle)

Devino M., Sonntag, 30. September 2018, 22:53 (vor 79 Tagen) @ Devino M.

Logische Untersuchungen - Edmund Husserl - 2.B. VI. 6.K.
§57. Die Repräsentanten der fundierenden Anschauungen nicht unmittelbar verknüpft durch die Repräsentanten der synthetischen Form

Objektiv betrachtet, gehört die Synthesis, z.B. die Synthesis der Identität, der attributiven Beziehung usw. zu den fundierenden Objekten; die Identität ist etwa Identität der Person, die attributive Beziehung etwa Beziehung zwischen dem Subjekt Baum und dem Prädikat früchtetragend. Die verknüpften Objekte erscheinen uns nun mittels ihrer Repräsentanten, und so möchte man denken, dass das synthetische Band, in dem uns (oder mittels dessen uns, gleichfalls in der Weise eines Repräsentanten) die Verknüpfung als Form erscheint, jene Repräsentanten der fundierenden Objekte phänomenologisch einfach und direkt aneinanderbinde.

Dem gegenüber stellen wir aber fest, dass das Moment der Synthesis keinerlei direkte Verbindung der zu den Grundakten gehörigen Repräsentanten herstellt, sondern dass z.B. die phänomenologische Form der Identifizierung wesentlich in den fundierenden Akten als solchen gründet, also in dem gründet, was diese über ihre repräsentierenden Inhalte hinaus sind und enthalten.
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Nimmt man die Synthesis der Seele und der Persönlichkeit, so ist anzunehmen, dass die Persönlichkeit für die Seele dazu da ist, einen Plan zu erfüllen. Das nämlich, was die Seele durch eine bestimmte Inkarnation sich vorgenommen hat und für diesen Plan eine Persönlichkeit kreiert hat. Und wozu auch allerlei z.B. Befähigung und Talent oder gewisse Neigungen hineingelegt wurden, zwecks Erfüllung eines Planes.

Also ist das, was den Plan zur Erfüllung führt, das, was mit der Seele verbindet. Die synthetische Verbindung ist dann der Plan, welcher in dem Zusammenhang auch der Persönlichkeit zur Synthese verhilft. Denn was ist es, dass uns dazu führt, manche Dinge als belanglos und manche mit einer Bedeutung zu versehen, obwohl diese nicht für jedermann Gültigkeit besitzt. Also auch keine Eigenheit der bestimmten urteilsfähigen Spezies darstellt, was wiederum eine eigene Synthesis bildet. Könnten wir überhaupt eine Erinnerung an das besitzen, was von der Seele nicht an-/aufgenommen würde? Und wenn ja, wo befände sich diese Erinnerung? Ist dieses vom Bestand einer gewissen Verkörperung nur abhängig? Oder ist dies Teil eines bestimmten Kollektivs und würde also auch entschwinden, wenn die Verbindung dazu nicht mehr aufrechterhalten würde?

Synthesis an sich ist immer etwas, was in einem wie im anderen liegt, was jedoch auch unterschieden oder unabhängig behandelt werden könnte, d.i. also nicht nur ganz und gar eine für sich bestehende Sache ist. Es ist also auch unsinnig gewisse Dinge verbinden zu wollen, wenn keine Grundlage für eine Synthesis vorhanden ist. Diese würde man auch in der Weise nur erreichen, wenn man das gleichartige zusammenbringt, was bereits da ist, oder zumindest dasjenige auf einer Seite aufbaut, was auf einer anderen Seite bereits besteht.


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