Freiheit und Unfreiheit des Willens Gottes - Ethik (alle)

Devino M., Samstag, 23. Juni 2018, 23:34 (vor 175 Tagen) @ Devino M.

Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt - Baruch de Spinoza
1.T. - Von Gott


Lehrsatz 33:
Die Dinge haben auf keine andere Weise und in keiner anderen Ordnung von Gott hervorgebracht werden können, als sie hervorgebracht worden sind.

Anmerkung 2:
... Ich gebe übrigens zu, dass diese Auffassung, die alle Dinge irgendeinem indifferenten Willen Gottes unterwirft und alle Dinge von seinem Gutdünken abhängen lässt, von der Wahrheit weniger entfernt ist als die Meinung derer, die behaupten, Gott tue alles im Hinblick auf das Gute. Denn offensichtlich nehmen diese Leute an, dass es etwas außerhalb Gottes gibt, das nicht von Gott abhängt, auf das, wie auf ein Musterbild, Gott in seinem Wirken hinblickt oder auf das, wie auf ein bestimmtes Ziel, er sich richtet. Dies heißt in der Tat nichts anderes als Gott dem blinden Schicksal zu unterwerfen, und mehr Widersinn lässt sich von Gott wahrlich nicht behaupten, der, wie wir gezeigt haben, die erste und einzige freie Ursache sowohl der Essenz wie der Existenz aller Dinge ist...

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In der Bhagavad Gita heißt es von Krishna, dass, sollte er aufhören ordnungsgemäß sich nach den geistigen Gesetzen zu betätigen, die ganze Welt aufhörte entsprechend darnach zu handeln, und er würde die Ursache für die Vernichtung der Welt dadurch legen. Doch nur mal angenommen, sollte es möglich sein, dass Gott irgend ein Fehler unterliefe, so wäre es doch so, dass es dadurch immer noch zum Gesetz der ganzen Schöpfung würde, und man dieses ggf. als Fehler schlichtweg nicht ausmachen könnte.

Nun denn aber die Frage, kann Gott überhaupt nach seinen Gesetzen handeln, wenn er doch selbst das Gesetz ist? Wie könnte er zugleich also gezwungen sein, darnach zu handeln? Im Grunde kann man sagen, er selbst ist das Gesetz, also kann er darnach nicht handeln. Doch bestünde da noch die Möglichkeit dass er sich als Avatar unter das Gesetz bringt. Als Avatar wäre es für ihn dann doch erforderlich sich nach eigenen Gesetzen zu richten.

Warum ist dies unumgänglich und was wäre, wenn er dann sich nicht an die Gesetze hielte? Dann gäbe es wohl zwei Möglichkeiten, entweder gemäß dem bereits Erwähnten, wäre ein neues Gesetz dadurch da oder in geänderter Weise, oder die andere Variante, der Avatar wäre dann dadurch schlichtweg kein Avatar mehr, wenn er sich nicht an sich selbst hielte, als eine Widerspiegelungen Gottes, in allen oder den bestimmten Belangen, für die er einzustehen gekommen wäre.


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