Akte bewusster Wahl - KiW 22:E:2 (alle)

Devino M., Sonntag, 25. März 2018, 00:32 (vor 178 Tagen) @ Devino M.

Ein Kurs in Wundern - T 22:E:2

Wer braucht die Sünde? Nur die, die einsam und allein sind und ihre Brüder anders sehen als sich selbst. Gerade dieser Unterschied, der zwar gesehen wird, aber nicht wirklich ist, lässt das Bedürfnis nach der Sünde, das nicht wirklich ist, aber gesehen wird, gerechtfertigt erscheinen. Das alles wäre wirklich, wenn die Sünde es wäre. Denn eine unheilige Beziehung fußt auf Unterschieden, bei denen jeder denkt, der andere habe das, was er nicht hat. Sie kommen zusammen, jeder, um sich selber zu vervollständigen und den andern zu bestehlen. Sie bleiben so lange, bis sie denken, es gebe nun nichts mehr zu stehlen, und dann ziehen sie weiter. So wandern sie durch eine Welt von Fremden, die anders sind als sie, leben vielleicht mit ihren Körpern unter einem gemeinsamen Dach, das weder einen noch den anderen schützt, im selben Raum und doch in einer Welt für sich.
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Es kann durchaus verwunderlich sein, was es nun ist, was die Einzelnen miteinander zusammenbringt. Es können oft die oberflächlichsten Dinge sein, die als Anlass genommen werden und zum Maß, um daran allerlei zu knüpfen und daraus gewisse Bedingungen abzuleiten. Dabei kann vieles sein, was sogar Ebenen-übergreifend oder sonst wie weitreichend und vielschichtig gegeben sein kann, dieses jedoch als zu unangenehm und nahegehend erachtet und aufgrund des vielseitig konfrontierenden Charakters als etwas Schlechtes abgetan wird.

Nicht selten gibt es jedoch einfach nur zu wenig Aufklärung, was wodurch entsteht oder womit in Verbindung steht. Gepaart damit, dass zu wenig nachgedacht und reflektiert wird, ist ein Rahmen schnell geschaffen, der nur ähnliche Erfahrungen zulässt, wie man sie von allem erwartet. Denn bleibt man nur beim Vertrauten, kann es genauso gut womöglich bloß von einem gemeinsamen Karma herrühren.

Zwar bringt es auch nicht viel, irgendwo herumzustreunen, ebenso wenig jedenfalls, sich bloß treiben zu lassen und in allerlei Umständen und Gegebenheiten die Erfüllung eines Schicksals zu erwarten. Denn ebenso kann es ein Akt bewusster Wahl sein, welche man nach gewisser Reflektion und erwogenen Gründen trifft. Und bei seiner Entscheidung bleibt, so lange es keine Erkenntnis und Einsicht gibt, die dieser zuwider liefe. Denn ist kein Karma oder höheres Schicksal im Spiel, dann ist beinahe alles ein Akt bewusster Wahl und ohne diesen, geschieht nicht viel von selbst.


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