Konstituierenden Bedingungen - KiW 16:7:2 (alle)

Devino M., Freitag, 10. November 2017, 01:03 (vor 105 Tagen) @ Devino M.

Ein Kurs in Wundern - T 16:7:2

Die besondere Beziehung rächt sich an der Vergangenheit. Indem sie versucht, Leiden in der Vergangenheit zu beseitigen, übersieht sie in ihrer Beschäftigung mit der Vergangenheit und ihrer totalen Verpflichtung ihr gegenüber die Gegenwart. Keine besondere Beziehung wird in der Gegenwart erlebt. Schatten der Vergangenheit umhüllen sie und machen sie zu dem, was sie ist. Sie hat keine Bedeutung in der Gegenwart, und wenn sie jetzt nichts bedeutet, kann sie überhaupt keine wirkliche Bedeutung haben. Wie kannst du die Vergangenheit verändern, außer in der Phantasie? Und wer kann dir das geben, wovon du glaubst, die Vergangenheit habe es dir entzogen? Die Vergangenheit ist nichts. Suche nicht, ihr die Schuld für den Entzug zuzuweisen, denn die Vergangenheit ist vorbei. Du kannst nicht wirklich nicht loslassen, was schon vorbei ist. Daher muss es so sein, dass du die Illusion aufrechterhältst, dass es nicht vorbei ist, weil du denkst, es diene irgendeinem Zweck, den du erfüllt haben möchtest. So muss es denn auch sein, dass dieser Zweck sich in der Gegenwart nicht erfüllen ließe, sondern nur in der Vergangenheit.
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Die Vergangenheit ist vorbei. Eigentlich sehr befreiend dieser Satz, denn was vorbei ist, braucht nicht mehr die Wirklichkeit zu bestimmen, wenn man es nicht selbst in die Gegenwart einbringt und dieser zuführt.

Ja, an gewissen Auswirkungen der Vergangenheit mag man vielleicht nicht herum kommen, wenn man der Vergangenheit bereits die Zukunft eingeräumt hat.

Auch kann es vorkommen, dass man einen Teil des Künftigen, in der Vergangenheit schon aufgebraucht und die Ressourcen bereits angewendet und genutzt hat. So hat man bereits bezahlt und bekommt die Quittung dann lediglich zugestellt.

Klar kann man sich sagen, man arbeitet alles irgendwann in Ruhe ab, wenn etwas nicht ganz so leicht von der Hand gehen will oder gelingen möchte. Allerdings ist es mit fast allem so, dass es in der Gegenwart und unter den zugehörigen Gegebenheiten doch mit die wirksamsten und umfassendsten Möglichkeiten dabei hat. Welche sich auch nicht mehr mitnehmen lassen, wenn die Gegebenheiten sich verändert haben.

Man kann wohl an Vergangenheit wie Zukunft nur wenig direkt ändern, man weiß auch nicht, was wo mal hinzukommen oder entfallen kann, und dadurch die Mittel mit diesem. Oder wie weit sich etwas anders konstituiert und unter welchen Bedingungen man sich dann vorfindet.

Also bleibt einem sowieso nur zu tuen, was zu tuen ist. Und am besten dann, wenn es ansteht. Denn die Vergangenheit lässt sich nicht einholen, außer man geht rückwärtsgewandt vorwärts, und lässt damit zugleich die aktuell gegebenen und effektivsten Mittel gleich mit auf der Strecke, und die Künftigen Mittel gleich mit dazu gegebenenfalls...


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